Panorama

Rap-Konzert in Italien Sechs Menschen sterben bei Massenpanik

Vor allem junge Menschen wollen im italienischen Corinaldo beim Konzert des Rappers Sfera Ebbasta dabei sein. Doch als sich ein beißender Geruch verbreitet, werden die Besucher panisch.

Bei einer Massenpanik in einer Diskothek in Italien sind in der Nacht mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bei dem Unglück bei einem Konzert in Corinaldo bei Ancona an der Adriaküste Dutzende weitere Menschen verletzt. Fünf der Todesopfer sind Jugendliche, drei Mädchen und zwei Jungen, aber auch eine Mutter, die ihr Kind zu dem Konzert begleitet hatte, war darunter, wie die Behörden mitteilten. Die getöteten Teenager seien im Alter von 14 bis 16 Jahren gewesen, die Mutter 39 Jahre alt, sagte ein Polizeisprecher zu Sky Italia TV.

Möglicherweise sei eine "brennende Substanz" der Auslöser für die Massenpanik gewesen. Zeugen sprechen auch von einem beißenden Geruch, der durch ein Abwehrspray ausgelöst sein könnte. Die jungen Konzertbesucher versuchten zu fliehen, im Gedränge stürzten Menschen zu Boden und wurden niedergetrampelt.

Schwere Vorwürfe gegen Personal

Italienischen Medienberichten zufolge waren rund tausend Besucher in der Diskothek "Lanterna Azzurra" (Blaue Laterne) in Corinaldo, um ein Konzert des italienischen Rappers Sfera Ebbasta zu sehen. Viele der Gäste waren demnach sehr jung. Den Berichten zufolge kam es gegen 01.00 Uhr morgens zu der Massenpanik. Demnach wurden mehr als hundert Menschen verletzt, 13 von ihnen schwer.

Ein 16-Jähriger, der in ein Krankenhaus gebracht wurde, berichtete italienischen Medien: "Wir haben getanzt, während wir darauf warteten, dass das Konzert losgeht, als wir diesen beißenden Geruch feststellten. Wir sind zu den Notausgängen gelaufen, aber die waren versperrt. Die Türsteher haben uns gesagt, dass wir zurückgehen sollen."

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat nach der Massenpanik mit mehreren minderjährigen Toten bei Ancona Aufklärung zugesagt. "Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben", sagte Salvini und kündigte eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an. Es sei eine Pflicht, "die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben". Die Behörden wollen nun die genauen Umstände des Unglücks untersuchen.

Quelle: ntv.de, jaz/AFP/rts