Panorama

Kritik an Thunberg-Törn Segel-Team wehrt sich gegen Vorwürfe

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Die Crew auf der "Malizia"(von links): Skipper Boris Herrmann, Filmemacher Nathan Grossman, Co-Skipper Pierre Casiraghi mit Greta Thunberg und ihrem Vater Svante.

(Foto: dpa)

Um möglichst umweltfreundlich nach New York zu reisen, entscheidet sich Greta Thunberg für eine Atlantiküberquerung per Segelschiff. Doch Medien finden heraus, dass diese Reise gar nicht so klimaneutral ist wie angepriesen. Den Vorwurf lässt das Segel-Team jedoch nicht auf sich sitzen.

Greta Thunberg setzt sich für den Klimaschutz ein und um die Produktion von CO2 zu verhindern, segelt sie mit dem Segelschiff "Malizia" zum Klimagipfel in die USA. Doch dann finden Medien heraus: Streng genommen wird durch die Reise sogar mehr CO2 ausgestoßen, als wenn Greta und ihr Vater Svante Thunberg über den Atlantik geflogen wären.

Nun wehrt sich das Team Thunbergs gegen diese Vorwürfe. Die Profisegler, die die Jacht wieder nach Europa zurücksegeln müssen, erklärten über ihre Managerin Holly Cova im Gespräch mit dem "Spiegel": "Wir haben die Reise nach New York sehr kurzfristig zu unserem Plan hinzugefügt, und als Folge müssen zwei Leute in die USA fliegen, um das Boot zurückzubringen." Dafür seien lediglich vier Flüge erforderlich und nicht sechs, wie viele Medien berichtet hatten. Ebenso viele Flüge wären angefallen, wenn Greta Thunberg und ihr Vater in die USA geflogen werden, stelle Cova klar.

Zudem berichtete die Crew-Managerin, dass das "Malizia" Team seit 2018 seinen gesamten CO2-Ausstoß inklusive aller Flüge durch Kompensationszahlungen ausgleiche. Das heißt: Die Segelsportler spenden Geld an Organisationen, die damit klimafreundliche Projekte finanzieren. "Wir erkennen an, dass dies keine perfekte Lösung ist. Aber Ausgleichen ist besser als nichts zu tun", sagte Cova dem "Spiegel". Außerdem fügte sie hinzu: Die Menschheit habe noch keinen Weg gefunden, um einen Ozean zu überqueren, ohne einen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen.

Die Klimaktivistin Greta Thunberg hatte sich am Mittwoch zusammen mit ihrem Vater, dem Dokumentarfilmer Nathan Grossman und den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi vom südenglischen Plymouth auf den Weg Richtung USA gemacht. Thunberg wollte möglichst emissionsfrei über den Atlantik reisen und hatte sich deswegen für eine Reise mit der "Malizia" entschieden. Allerdings ist noch unklar, wie Greta und Svante Thunberg wieder zurück nach Europa reisen wollen.

Thunberg selbst hat sich noch nicht zu den Crewflügen geäußert. Zuletzt hatte die 16-Jährige Klimaktivistin via Twitter über den aktuellen Stand ihrer Reise geschrieben: "100 Seemeilen westlich von Kap Finisterre. Eine sehr unruhige Nacht, aber ich habe überraschend gut geschlafen." Einige Delfine seien in der Nacht aufgetaucht und neben dem Boot geschwommen. Die Überfahrt nach New York soll circa zwei Wochen dauern.

Quelle: ntv.de, kpi