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Eklat bei Kieler Woche Segler protestieren gegen Dobrindt

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Wegen eines neuen Gesetzes könnten künftig große Lücken in den Reihen der Windjammer klaffen.

(Foto: picture alliance / Markus Scholz)

Zum Abschluss der Kieler Woche reihen sich die Windjammer immer zur Parade in der Förde auf. Eine Sicherheitsverordnung des Verkehrsministeriums könnte der Tradition bald ein Ende setzen. Die Oldtimer-Segler greifen zu kreativem Protest.

Tausenden Besuchern der Kieler Woche bot sich bei der traditionellen Windjammerparade ein ungewohntes Bild: Nach der Ausfahrt der ersten 20 Schiffe, angeführt vom Dreimaster "Thor Heyerdahl", ließen die übrigen rund 75 Schiffe eine Lücke entstehen - als Protest gegen eine geplante Sicherheitsverordnung des Bundesverkehrsministeriums für Traditionsschiffe.

Die Aktion solle zeigen, "dass in Zukunft sehr viele Schiffe fehlen werden, wenn die Verordnung in Kraft tritt", sagte Michael Saitner, Vorsitzender des Vereins "Thor Heyerdahl", der das gleichnamige Führungsschiff der diesjährigen Windjammerparade betreibt.

Die neue Verordnung gilt demnach vor allem für Nach- und Umbauten, original erhaltene Schiffe dürfen hingegen mit Ausnahmen rechnen. Die Reaktionen sind entsprechend gemischt. Während einige Betreiber sich über die Verbesserung der Sicherheit auf Traditionsschiffen freuen, befürchten andere hohe Umrüstungskosten oder die Unvereinbarkeit mit Denkmalschutzvorgaben.

Der Vorschlag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt sieht strengere Regeln für die bauliche Beschaffenheit, den Brandschutz, die Ausrüstung und die Qualifikation der Segler-Crews vor. In Norddeutschland sind derzeit rund 100 Traditionsschiffe registriert, die sich zumeist durch Charterfahrten finanzieren.

Die Kieler Woche geht am Sonntagabend mit einem großen Feuerwerk über der Förde zu Ende. Sie gilt als größtes Sommerfest Nordeuropas und als weltgrößtes Seglerereignis.

Quelle: n-tv.de, ath/dpa

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