Panorama

Leichtsinn und weniger Disziplin Söder: "Auf Weg zu exponentiellem Wachstum"

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Söder mahnt eindringlich zum Befolgen der Regeln.

(Foto: dpa)

Bayerns Ministerpräsident Söder schlägt angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen Alarm. Die aktuellen Zahlen zeigten lediglich die Lage von vor zwei Wochen. Seien die Krankenhäuser erst einmal voll, ist es zu spät, sagt er.

CSU-Chef Markus Söder hat die Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, umsichtig zu bleiben, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Leider sind wir auf dem Weg zu exponentiellem Wachstum, gerade in den Großstädten ist die Herausforderung sehr, sehr groß", sagte der bayerische Ministerpräsident bei der Landesversammlung der Frauen-Union. Als Gründe nannte er unter anderem leichtsinniges Verhalten und eine nachlassende Disziplin beim Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.

Mehrere Kommunen in Deutschland melden derzeit hohe Coronazahlen, darunter Großstädte wie Berlin, Frankfurt am Main oder Bremen. Als kritisch gilt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Bewohnern innerhalb einer Woche. Bei der Beurteilung der Lage auf die Zahl der Krankenhausbetten abzustellen, die wegen Corona belegt sind, hält Söder für den falschen Weg. "Sind die Krankenhäuser voll, ist es zu spät", sagte er. Die jetzigen Infektionszahlen bildeten ohnehin die Lage von vor zwei Wochen ab. Inzwischen seien die Zahlen wahrscheinlich schon sehr viel höher. Zudem liefen die Kliniken in Spanien oder Frankreich gerade wieder voll.

"Es ist genau das Gleiche, wie vor einem halben Jahr. Bei uns ist die Entwicklung ähnlich, halt nur zeitversetzt", meinte Söder. Diesen zeitlichen Vorsprung dürfe man nicht verspielen, man müsse jetzt klug und umsichtig bleiben, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Wenn wir aber nichts tun und aufpassen, läuft es unweigerlich in diese Richtung." Söders Forderung deshalb: "Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Versammlungen, kleinere Partys."

Quelle: ntv.de, jwu/dpa