Panorama

Wenn es genug Dosen gibt Spahn stellt Impfstoff-Wahlfreiheit in Aussicht

ac17bbce74e7ce3639743c3c6366c48f.jpg

Gesundheitsminister Spahn steht wegen der derzeitigen Impf-Strategie der Regierung in der Kritik.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Noch ist es nicht so weit, aber ab dem zweiten Quartal soll es wesentlich mehr Impfstoff-Dosen geben. Dann könnten Bürger auch ihren Impfstoff auswählen, sagt Bundesgesundheitsminister Spahn. Zudem erwartet er eine Diskussion über die Impfbereitschaft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass es in einigen Monaten bei der Corona-Impfung auch eine Wahlmöglichkeit beim Impfstoff geben wird. "Dann wird es auch möglich sein, ein Stück Auswahl möglich zu machen", so wie bei anderen Impfstoffen auch, sagte der CDU-Politiker bei einer Online-Diskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Bei absoluter Knappheit gehe das allerdings nicht. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Impfstoff-Lieferungen im zweiten Quartal deutlich anziehen werden. Sowohl Spahn als auch Kanzlerin Angela Merkel haben zugesagt, bis Ende des Sommers jedem Deutschen ein Impfangebot unterbreiten zu können.

Bisher sind drei Impfstoffe in der EU zugelassen: Vakzine von Biontech und Pfizer, von Moderna sowie das Mittel von Astrazeneca. Alle drei Hersteller haben allerdings Lieferengpässe im ersten Quartal angekündigt. Für weitere Impfstoffe wurde eine Zulassung in der EU beantragt, darunter für das russische Vakzin Sputnik V. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA leitete zudem ein Prüfverfahren für das Präparat des US-Herstellers Novavax ein, der aber formell noch keine Zulassung beantragt hat.

Eventim stößt Debatte an

Mehr zum Thema

Gesundheitsminister Spahn rechnet nach eigener Aussage zudem damit, dass es in Deutschland mittelfristig eine Debatte über Impfbereitschaft geben wird. "Die Debatte wird sich sehr bald sehr ändern, da bin ich sicher." Dann werde es um die Frage gehen, ob sich überhaupt genug Menschen impfen ließen in Deutschland. "Und was machen wir eigentlich mit denen, die sich nicht impfen lassen wollen? Müssen wir dann weiterhin auf die aufpassen, indem wir alle Schutzmasken tragen?"

Die Debatte über Ungeimpfte hatte neuen Auftrieb erhalten, nachdem der Ticketverkäufer CTS Eventim die Möglichkeit gefordert hatte, die Teilnahme an Konzerten und Veranstaltungen an eine Impfung gegen das Coronavirus zu binden. "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche".

Quelle: ntv.de, mli/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen