Panorama

"Weg zu regulärem Unterricht" Spahn will Biontech für Schüler reservieren

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"Das Leid der Kinder in der Pandemie beschäftigt mich sehr", sagt Spahn.

(Foto: imago images/Jens Schicke)

Im Sommer sollen weitreichende Öffnungen für Unbeschwertheit sorgen. Gesundheitsminister Spahn stellt dafür allerdings eine Bedingung. Für die Rückkehr zum Regelunterricht in Schulen hat er ebenfalls bereits eine Idee.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat dazu aufgerufen, Biontech-Impfdosen für Schüler zu reservieren, damit die Schulen wieder öffnen können. "Ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien ist das Impfen der Jugendlichen", sagte Spahn der "Bild"-Zeitung. Ziel sei es, dass alle Schüler bis Ende August ein Impfangebot bekämen. "Weil für sie wegen der Zulassung nur ein bestimmter Impfstoff infrage kommt, müssen dafür genügend Biontech-Dosen reserviert werden."

Spahn kündigte an, Fördermaßnahmen für Kinder zu einem Schwerpunkt seiner politischen Arbeit in den nächsten Monaten zu machen. "Das Leid der Kinder in der Pandemie beschäftigt mich sehr", sagte der Minister. Er wolle noch vor den Sommerferien mit Kinderärzten, Psychologen und Erziehungswissenschaftlern sprechen, "wie wir diese Versäumnisse auffangen können". Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien wolle er unterstützen. Wenig Verständnis zeigte der Gesundheitsminister für die Kritik der Ärzte-Funktionäre an der Aufhebung der Impfpriorisierung: "Dieselben, die vor vier Wochen gesagt haben, die Priorisierung sei Impf-Bürokratie und müsse weg, kritisieren jetzt die Aufhebung. Das passt nicht zusammen."

Damit es im Sommer weitreichende Öffnungen geben kann, will Spahn die Inzidenz zudem unter 20 drücken. "Für einen unbeschwerten Sommer müssen wir die Inzidenz weiter senken. Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Open-Air-Konzerte könnten möglich sein

Ausdrücklich warnte Spahn, dass Familienbesuche von Migranten in ihren Heimatländern die Zahl der Corona-Infektionen wieder hochtreiben könnten. Im vergangenen Sommer hätten "Auslandsreisen, häufig Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan, phasenweise rund 50 Prozent der Neuinfektionen bei uns ausgelöst". Das müsse in diesem Jahr verhindert werden.

Spahn kündigte an: "Wir wollen frühzeitig Vereinbarungen etwa mit der Türkei über Tests bei der Ein- und Ausreise abschließen. Und eine Testpflicht müsste wie im letzten Jahr von den Bundesländern an der Grenze kontrolliert werden."

Zuversichtlich zeigte sich Spahn, dass im Sommer Open-Air-Konzerte erlaubt werden: "Keine Rock-Festivals, wo sich Zehntausende in den Armen liegen. Konzerte im nicht voll besetzten Olympiastadion oder im Park mit Tests und Abstand sind aus heutiger Perspektive drin." Auch den Start der neuen Saison der Fußball-Bundesliga mit Publikum hält der Gesundheitsminister für realistisch.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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