Panorama

In Seenot geratenSpanien eskortiert Schattenflotte-Tanker im Mittelmeer

28.01.2026, 02:51 Uhr
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Der Tanker soll in den marokkanischen Industriehafen Tanger Med gebracht werden. (Foto: IMAGO/Zoonar)

Ein Tanker der russischen Schattenflotte treibt fahruntüchtig im Mittelmeer. Aus Spanien kommt Hilfe. Inzwischen ist das Schiff, das unter EU-Sanktionen steht, auf dem Weg nach Marokko.

Spanische Behörden eskortieren eigenen Angaben zufolge im Mittelmeer einen Tanker, der mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehört und eine Panne hatte. Die unter mosambikanischer Flagge fahrende "Chariot Tide" steuere nach einer Reparatur des Motors unter Begleitung eines Schiffes der spanischen Seenotrettungsdienste seinen Zielhafen Tanger Med an der Straße von Gibraltar an, heißt es aus Quellen des spanischen Verkehrsministeriums.

Das von der EU und Großbritannien sanktionierte Schiff hatte dem Ministerium zufolge am 22. Januar auf dem Weg in den marokkanischen Hafen einen Motorschaden erlitten. Es habe "nahe der marokkanischen Küste" vor Anker gelegen, bevor ein Sturm es ostwärts getrieben habe. Nachdem der Tanker zunächst in ein Gebiet unter marokkanischer Zuständigkeit eingedrungen war, befand er sich "ohne Antrieb in internationalen Gewässern" in einer Zone, in der Spanien für Such- und Rettungsaktionen zuständig ist. Zur Art und Menge der Ladung des Tankers machte das Ministerium keine Angaben. Es erklärte lediglich, es bestehe "keine Gefahr, sich der Küste zu nähern".

Der spanische Seenotrettungsdienst habe die Situation "jederzeit überwacht" und "wird dies auch weiterhin tun, bis das Schiff seinen Bestimmungshafen anläuft", hieß es vom Verkehrsministerium weiter. Laut der Tracking-Plattform Global Fishing Watch hatte die "Chariot Tide" Ende Dezember im russischen Ölterminal Wistino vor Anker gelegen, bevor sie in Richtung Mittelmeer weiterfuhr.

Als Schattenflotte werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Russland Sanktionen umgeht, unter anderem das Öl-Embargo. Das Umgehen der Sanktionen ermöglicht es Moskau, seinen Krieg gegen die Ukraine weiterhin zu finanzieren. Seit Februar hat die EU bereits mehr als 400 dieser Schiffe auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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