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Angehörige reisen nach Ungarn Spezialtaucher aus Korea unterstützen Suche

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Es besteht nur wenig Hoffnung, die Opfer des Schiffsunglücks noch lebend zu finden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Schiffsunglück auf der Donau werden 19 Südkoreaner und zwei Besatzungsmitglieder noch immer vermisst. Weil starke Strömungen die Suche erschweren, sollen nun südkoreanische Taucher bei der Bergung helfen.

Rettungskräfte aus Südkorea, darunter Spezialtaucher, reisen nach Ungarn, um bei der Suche nach den 21 Vermissten zu unterstützen. Zwei Tage nach dem schweren Schiffsunglück auf der Donau in Budapest wird auch die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung Wha am Unglücksort erwartet.

Die ersten Angehörigen der aus Südkorea stammenden Todesopfer und Vermissten werden ebenfalls nach Ungarn reisen. Zunächst seien zehn Mitglieder von betroffenen Familien nach Budapest geflogen, berichteten südkoreanische TV-Sender. Im Verlauf des Tages würden mehr als 30 Angehörige folgen.

Ein Ausflugsboot mit Touristen aus Südkorea war auf der Donau mit einem viel größeren Kreuzfahrtschiff zusammengestoßen und gekentert. Mindestens sieben der 35 Insassen starben, sieben wurden gerettet. 19 südkoreanische Passagiere und zwei ungarische Besatzungsmitglieder gelten noch immer als vermisst. Der Kapitän des am Unfall beteiligten Kreuzfahrtschiffs wurde festgenommen. Gegen ihn ergaben sich Polizeiangaben zufolge aufgrund von persönlichen und materiellen Beweisen "begründete Verdachtsmomente". Details wurden zunächst nicht genannt.

Das Unglück war einer der schlimmsten Schifffahrtskatastrophen in der neueren Geschichte Ungarns. Die Suche nach den Opfern dauerte in der Nacht zum Freitag an. Der südkoreanische Vizeaußenminister Lee Tae Ho äußerte sich in Seoul angesichts des fehlenden Fortschritts enttäuscht. Es sei bedauerlich, dass sich an der Lage nichts geändert habe, wurde Lee von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. "Es gab wegen starker Wasserströmungen und schlechter Wetterbedingungen keinen Fortschritt bei den Rettungseinsätzen."

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán telefonisch um "aktive Unterstützung" der Rettungsaktivitäten durch die Regierung in Budapest gebeten, wie das Präsidialamt in Seoul mitteilte.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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