120 Meter in die Tiefe"Spiderman des Jemen" stürzt in Vulkankrater in den Tod

Mit Videos von waghalsigen Kletteraktionen wird der "Spiderman des Jemen" im Internet berühmt. Jetzt inszeniert er einen Abstieg ins Innere eines Vulkans jedoch zu sehr. Er fällt aus schwindelerregender Höhe in den Schwefelsee am Boden.
Der jemenitische Kletterer und Internetstar Al-Qaqa Ibn Antar, bekannt als "Spiderman des Jemen", ist in seinem Heimatland in einen Vulkankrater gestürzt und dabei gestorben. Das teilte die Zivilschutzbehörde des Jemen in mehreren Beiträgen auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Antar kletterte demnach am Freitag in einer Höhe von etwa 120 Metern ohne jede Sicherung, als er plötzlich den Halt verlor.
In einem Video ist der 30-Jährige an der Innenwand des Vulkankraters zu sehen. Mehrfach tut der Kletterkünstler so, als würde er den Halt verlieren. Antar baumelt dabei teils mit nur einer Hand an der Wand und schwingt seitwärts. Nach einigen Momenten kommt es zur Katastrophe und er fällt in die Tiefe.
Der "Spiderman des Jemen" wurde mit Videos seiner waghalsigen Kletteraktionen im Netz bekannt. Laut "Yemen Online" sagte er in einem älteren Video, dass ihn die Armut zu den gefährlichen Ausflügen getrieben habe. Mit den Einnahmen aus der Verbreitung im Internet könne er seinen Lebensunterhalt bestreiten.
Rettungskräfte machten sich am Samstag auf den Weg zum und in den Krater. Ein Tauch- und Wasserrettungsteam der Zivilschutzbehörde in Sanaa seilte sich mit vollständiger Ausrüstung herunter, um nach dem Leichnam des Verunglückten zu suchen. Letztlich fand "der Heldentaucher Abdu Muhammad al-Quns, Leiter des Tauch- und Wasserrettungsteams", den toten Kletterer nach vier Stunden rund 30 Meter unter der Wasseroberfläche des Vulkan-Sees Haradhat Damat, wie die Behörde mitteilte.
Der Haradhat Damat ist ein Schwefelsee am Boden des Inneren des Vulkankraters. Der Vulkan in der Nähe der Stadt Damt in der südjemenitischen Provinz Dhale ist ein Wahrzeichen der Region. Er zieht regelmäßig Kletterer und Extremsportler an, die sich im Inneren abseilen. Sie schreiben anschließend mit weißer Kreide ihre Namen auf die Felswand. Je nach Schwefelgehalt können das Wasser im See sowie die davon ausgehenden Gase giftig sein und sogar bis zum Tod führen.
Die Zivilschutzbehörde appellierte in einer Warnung an andere Extremkletterer, sich der Gefahren beim Klettersport bewusst zu sein und "geeignete Schutzausrüstung zu verwenden, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden".