Panorama

Entscheidung auf UN-KonferenzStaaten wollen künftig auch Schnee-Eule, Hammerhai und Riesenotter schützen

30.03.2026, 20:24 Uhr
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Eine Schnee-Eule sitzt in einer Voliere des Hanauer Wildparks Alte Fasanerie. (Foto: picture alliance/dpa)

Weltweit sind mehr als tausend wandernde Tierarten in ihrer Existenz bedroht. Ihre Zahl wächst jedoch weiterhin. Auf einer UN-Konferenz werden 40 weitere Arten auf Schutzlisten genommen. Tierschützer sehen einen Erfolg, auch wenn wichtige Staaten nicht dabei sind.

40 wandernde Tierarten wie Hai, Gepard und Schnee-Eule sollen angesichts wachsender Bedrohungen künftig international strenger geschützt werden. Bei der 15. UN-Konferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in der brasilianischen Stadt Campo Grande nahe dem Pantanal nahmen die Vertragsstaaten weitere Arten in die Schutzanhänge I und II auf. Diese verpflichten die Staaten - je nach Gefährdungsgrad - zu strengen Schutzmaßnahmen oder zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit und umfassen nun mehr als 1200 Arten.

"Wir sind nach Campo Grande gekommen in dem Wissen, dass die Populationen der Hälfte der durch dieses Abkommen geschützten Arten rückläufig sind", sagte die Exekutivsekretärin des Artenschutzabkommens CMS, Amy Fraenkel. "Wir reisen mit strengeren Schutzmaßnahmen und ehrgeizigeren Plänen ab, doch die Arten selbst warten nicht auf unser nächstes Treffen." Die Umsetzung müsse bereits morgen beginnen, mahnte sie. Dem Abkommen gehören mehr als 130 Staaten sowie die EU an, darunter viele Länder in Afrika und Lateinamerika; große Staaten wie die USA, China und Russland zählen jedoch nicht dazu.

Milliarden Tiere wandern jedes Jahr teils über Kontinente und Ozeane hinweg - von Zugvögeln über Meeresschildkröten bis hin zu Walen. Viele dieser Arten sind bedroht. Zu den neu oder stärker geschützten Arten zählen unter anderem Geparden, Streifenhyänen, Schnee-Eulen, Riesenotter sowie mehrere Haiarten wie der Große Hammerhai.

"Die Konferenz ist ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Schutz wandernder Tierarten", sagte Inka Gnittke vom Bundesumweltministerium. "Ein starkes Signal für den internationalen Artenschutz - gerade in Zeiten, in denen viele wandernde Arten massiv unter Druck stehen", sagte die Biologin Mona Schweizer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Gerade für Haie sei dies ein "echter Durchbruch".

Die Konferenz stand unter dem Eindruck neuer UN-Daten, die eine zunehmende Gefährdung wandernder Tierarten zeigen. Laut UN gehen die Bestände von fast der Hälfte der im Rahmen des Abkommens geschützten Arten zurück, rund ein Viertel ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Lage im Meer.

Auch Süßwasserfische sind stark betroffen: Ihre Bestände sind laut einem UN-Bericht seit 1970 weltweit um mehr als 80 Prozent zurückgegangen. Ein Beispiel ist der Europäische Aal, ein Wanderfisch zwischen Süß- und Salzwasser. "Der Europäische Aal ist in keinem guten Zustand, und wir müssen große Anstrengungen unternehmen, damit er auch in den nächsten Jahren noch erhalten bleibt", sagte Gnittke. Ein neuer internationaler Aktionsplan soll unter anderem die Fischerei stärker an wissenschaftlichen Empfehlungen ausrichten.

Die nächste Vertragsstaatenkonferenz soll 2029 in Bonn stattfinden, dem Gründungsort des Abkommens.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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