Panorama

Loveparade-Prozess in Düsseldorf Staatsanwaltschaft will Auflagen für Angeklagte

115780736.jpg

Uwe Mühlhoff, Jens Hartung und Christian Seiffge wollen die Angeklagten nicht ohne Sanktionen davon kommen lassen.

picture alliance/dpa

Das zuständige Gericht in Düsseldorf schlägt am Mittwoch die Einstellung des Loveparade-Verfahrens vor - und damit ein Ende des Prozesses ohne Urteil. Die Staatsanwaltschaft will die Angeklagten aber nicht ohne Sanktionen davonkommen lassen.

Im Prozess um das Gedränge bei der Loveparade 2010 in Duisburg, bei dem 21 Menschen starben, wehrt sich die Staatsanwaltschaft gegen die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen für die Angeklagten. "Eine etwaige Auflage müsste spürbar sein", habe der Anklagevertreter in einem Rechtsgespräch deutlich gemacht, so der Vorsitzende Richter Mario Plein. Es sei für die Staatsanwaltschaft "kaum vorstellbar, die Tat ohne jegliche Sanktion zu belassen", fügte er hinzu.

Bei dem Gespräch hatten die Verteidiger, Staatsanwälte, Nebenklage-Anwälte und Richter am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den weiteren Ablauf des Verfahrens gesprochen.

115777778.jpg

21 junge Menschen wurden bei der Massenpanik 2010 erdrückt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Anschluss hieß es übereinstimmend, dass das Landgericht Duisburg das Verfahren gegen alle zehn Angeklagten einstellen will, in drei Fällen mit Auflagen. Der Prozess würde damit ohne Urteil beendet. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, dass die Vorschläge des Gerichts nun geprüft würden. Bis zum 5. Februar wolle man eine Stellungnahme dazu abgeben.

Zu dem tödlichen Gedränge am 24. Juli 2010 in Duisburg war es gekommen, weil es trotz mehrerer Hunderttausend erwarteten Menschen nur einen einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände gab und keine Möglichkeit, nach rechts oder links auszuweichen.

Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters Lopavent. Der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland sowie der Chef der Veranstaltungagentur, "McFit"-Gründer Rainer Schaller, gehören nicht dazu. Sie beteuerten zuletzt im Zeugenstand noch einmal ihre Unschuld.

Quelle: n-tv.de, nan/dpa

Mehr zum Thema