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Mehrsprachige HinweisschilderStadt bietet Badchef in Halle Lösung für umstrittene Deutschregel an

26.06.2026, 17:50 Uhr
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Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als "ausländerfeindlich" wahrgenommen werden kann, würde das Ansehen von Halle beschädigen, sagt ein Stadtsprecher. (Foto: picture alliance/dpa)

Weil er um die Sicherheit seiner Badegäste fürchtet, ordnet der Geschäftsführer des Heidebads in Halle eine neue Eintrittsregel an. Nur Menschen mit ausreichenden Deutschkenntnissen dürfen demnach eingelassen werden. Die Stadt pfeift ihn zurück und hat eine Alternative parat.

Nach Diskussionen um eine verschärfte Einlassregelung in einem Strandbad in Halle in Sachsen-Anhalt haben sich Betreiber und Stadt auf eine Alternativlösung verständigt. "Ich werde mehrsprachige Hinweistafeln zu den im Heidebad geltenden Regeln installieren", sagte Bad-Betreiber Mathias Nobel. Bei dem Gespräch war ihm zufolge unter anderem auch Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) dabei.

Er sei gespannt, ob die Hinweise in mehreren Sprachen dazu führten, dass es weniger Regelverstöße gebe, sagte Nobel. Er war bundesweit in Kritik geraten, als er öffentlich gemacht hatte, in das Strandbad nur noch Menschen einlassen zu wollen, die ausreichend Deutsch sprechen, um die Haus- und Baderegeln zu verstehen. Unter anderem die Stadt Halle hatte daraufhin die Rücknahme dieser Entscheidung gefordert und auf einen möglichen Verstoß gegen den Pachtvertrag hingewiesen.

Die Stadt beruft sich mit ihrer Aufforderung auf den Betreibervertrag, der mit der Heidebad GmbH geschlossen wurde. Demnach habe die Pächterin zu berücksichtigen, dass ein Zugang zum Bad für die Allgemeinheit gewährleistet sein muss. "Die Ausgestaltung des Hausrechts darf diesen öffentlichen Charakter nicht durch pauschale Einlassverbote für ganze Bevölkerungsgruppen aushebeln", teilte der Stadtsprecher Anfang der Woche mit.

Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als "ausländerfeindlich" wahrgenommen werden könnte, würde das Ansehen der Stadt beschädigen und verstieße gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht, hieß es weiter. Das läge nicht im Interesse der Stadt Halle. Wegen der Verhältnismäßigkeit müssten außerdem zunächst mildere Maßnahmen einem pauschalen Verbot vorgezogen werden. 

Das jüngste Gespräch zwischen ihm und den Stadtvertretern sei indes "sehr harmonisch" abgelaufen, erzählte Nobel. "Ich habe noch mal deutlich gemacht, dass das Heidebad für jeden offen ist - vorausgesetzt er oder sie hält sich an die Regeln." In Zukunft bleibe er bei seiner Entscheidung, die geltenden Regeln "sehr konsequent" durchzusetzen. "Das heißt, wenn es schon am Eingang zu Verstößen kommt, kommt man gar nicht erst rein." Bei der Entscheidung, ob ein Regelverstoß vorliege, spiele die Sprachkenntnis seines Gegenübers jedoch keine Rolle, betonte Nobel.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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