Panorama

Mehrere SichtungenStadt in Japan schließt alle Schulen - wegen Bär

08.06.2026, 11:13 Uhr
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Asiatische Schwarzbären können bis zu 120 Kilogramm schwer werden. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Ein Bär versetzt in Japan eine halbe Million Menschen in Alarmbereitschaft, er wird sogar in Wohngebieten gesichtet. Schließlich entscheiden sich die Behörden für einen radikalen Schritt.

Eine Stadt in Japan hat alle ihre 94 Grund- und weiterführenden Schulen geschlossen, nachdem dort ein Bär gesichtet wurde. Die Behörden in Utsunomiya, einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern rund 100 Kilometer nördlich von Tokio, schritten ein, nachdem am Samstag ein Schwarzbär in der Nähe eines Parks gesichtet worden war.

In den frühen Morgenstunden des Sonntags wurde der Bär erneut von Überwachungskameras gefilmt, wie er direkt vor zwei erschrockenen jungen Männern im Stadtzentrum entlanglief. Tagsüber gab es mehrere Sichtungen in Wohngebieten der Stadt und später in einem Industriegebiet.

Die Behörden von Utsunomiya riefen die Einwohner unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen dringend dazu auf, Türen und Fenster verschlossen zu halten, sich dem Bären nicht zu nähern, falls sie ihn sehen, und im nächstgelegenen Gebäude Schutz zu suchen. Gleichzeitig nahmen die Polizei und der örtliche Jagdverband die Suche nach dem Tier auf.

Steigende Zahlen, wachsende Angst

In Japan wurden dieses Jahr bereits 50.000 Bärensichtungen gemeldet - ein Rekordwert. Die meisten Sichtungen konzentrieren sich im Nordosten des Landes. Normalerweise nähern sich die Tiere Großstädten wie Tokio nicht. Allerdings wurde letzten Monat in Okutama, am westlichen Rand des Großraums Tokio, ein russischer Wanderer von einem Bären verletzt, und kurz darauf tauchte ein weiterer Bär in der Satellitenstadt Hachioji auf. In der vergangenen Woche drang ein Bär in Fukushima in die Büroräume eines Unternehmens ein, griff dort Menschen an und verletzte einen Angestellten.

In den vergangenen Jahren haben Bärenangriffe in Japan zugenommen, bis zum März wurde eine Rekordzahl an Todesfällen und Verletzungen verzeichnet. Schwankungen beim Nahrungsangebot, insbesondere bei Eicheln, können laut Experten dazu führen, dass Bären bei der Nahrungssuche in Städte und Dörfer vordringen. Die Abwanderung der Landbevölkerung, insbesondere junger Menschen, könnte außerdem dazu beitragen, dass es in Wohngebieten ruhiger wird und Bären sich weiter vorwagen.

Die lokalen Behörden prüfen verschiedene Gegenmaßnahmen, darunter den Einsatz von Überwachungskameras in Verbindung mit KI-Analysen, um die Bewegungen der Bären zu verfolgen. Genaue Zahlen, wie viele Bären in Japan leben, liegen nicht vor. Schätzungen zufolge gibt es zwischen 12.000 und 42.000 Asiatische Schwarzbären auf Japans Hauptinsel Honshu und etwa 12.000 Braunbären auf der nördlichen Insel Hokkaido.

Quelle: ntv.de, sba

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