Panorama

Seit vier Wochen kaum Regen "Staubtrockener" April steigert Brandgefahr

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Rhein in Köln: Das trockene Wetter und fast völlig ausgebliebener Niederschlag im April sorgen derzeit für erhöhte Waldbrandgefahr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der überdurchschnittlich niederschlagsarme April setzt der Vegetation stark zu. Durch das trockene Wetter erreicht die Waldbrandgefahr in einigen Regionen die höchste Stufe, erste Brände gibt es bereits. Meteorologen sehen vorerst keine Aussicht auf Besserung.

Wolkenloser Himmel und so gut wie kein Regen - nicht nur Gärtnern, Land- und Forstwirten bereitet das allmählich Sorgen. "Schon seit mehr als vier Wochen hat es kaum geregnet, in einigen Regionen herrscht bereits die höchste Stufe der Waldbrandgefahr", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dies ist vor allem im Osten Deutschlands der Fall.

Begünstigt durch die Trockenheit kam es in einigen Teilen Deutschlands bereits zu Waldbränden. Im nordrhein-westfälischen Gummersbach standen zwischenzeitlich circa 35 Hektar Wald in Flammen, bei einem Feuer im Kreis Olpe waren 400 Feuerwehrleute im Einsatz. In Schleswig-Holstein und Thüringen gab es kleinere Brände.

Milder Winter verschiebt Vegetationsperiode

Sollten die Wetterverhältnisse der ersten Aprilhälfte andauern, könnte dieser April als einer der besonders trockenen in die Statistik eingehen. "Die oberste Bodenschicht ist staubtrocken." Durch die milde Witterung im zurückliegenden Winter hat nach DWD-Angaben die Vegetationsperiode in diesem Jahr bereits Mitte März und damit fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel begonnen. Nahezu zeitgleich habe eine sehr niederschlagsarme Witterung eingesetzt. Den DWD-Berechnungen zufolge fielen vom 14. März bis zum 18. April vielerorts weniger als zehn Liter pro Quadratmeter.

Zugleich sorgten an vielen Tagen Sonnenschein, sehr trockene Luft und zeitweise auch frischer bis starker Wind für hohe Verdunstungsraten von etwa sechs Litern pro Quadratmeter am Tag. Der Wasserbedarf der Pflanzen war in diesem Zeitraum also deutlich höher als die Niederschlagsmenge und musste aus dem im Boden gespeicherten Wasser gedeckt werden.

Trockenheit bis zu gewissem Grad normal

Allerdings ist nach Angaben des DWD eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang. In den meisten Regionen Deutschlands sei der Bodenwasserspeicher am Ende des Winters aufgefüllt. In einem Jahr mit durchschnittlichen Niederschlägen sei der Wasserbedarf der Vegetation im Frühling und Sommer höher als die mittleren Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum. Dadurch sänken die Feuchtigkeitswerte der Böden in den Schichten bis 60 Zentimeter Tiefe bis zum Ende des Sommers.

Die Bodenfeuchtigkeit dürfte zurzeit weiter sinken, während die Waldbrandgefahr im Bereich des östlichen Niedersachsen bis nach Brandenburg sowie im Süden und Südwesten Deutschlands hoch bis sehr hoch ist. Erst am Wochenende könnte es örtlich zu Niederschlägen kommen. "Die Regenmengen, mit denen wir ab dem Wochenende rechnen können, dürften aber vorerst nicht ausreichen, um die aktuelle Trockenheit flächendeckend und nachhaltig zu beenden", warnte Tobias Fuchs, Vorstand für Klima und Umwelt des DWD.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa