Panorama

Hinweise auf mehrere TäterStrangulierte Milliardäre wurden ermordet

28.01.2018, 00:02 Uhr
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Barry und Honey Sherman wurden von Gürteln hängend neben ihrem Swimmingpool entdeckt. (Foto: AP)

120 Zeugen, 2000 Stunden Videos: Sechs Wochen nach dem Tod des kanadischen Milliardärspaars Barry und Honey Sherman schließt die Polizei einen erweiterten Suizid aus. Private Ermittler sollen Spuren gefunden haben, die auf mehrere Mörder hindeuten.

Sechs Wochen nach dem mysteriösen Tod von einem der reichsten Männer Kanadas und seiner Ehefrau geht die Polizei von einem brutalen Mord aus. Das bestätigten die Ermittler in der ersten offiziellen Stellungnahme seit dem Tod des Milliardärs Barry Sherman und seiner Frau Honey Mitte Dezember.

Der 75 Jahre alte Sherman und seine 70-jährige Frau waren zuletzt am Abend des 13. Dezember gesehen worden. Zwei Tage später seien ihre Körper gegen Mittag voll bekleidet "von Gürteln hängend in einer halb sitzenden Position" neben ihrem Swimmingpool entdeckt worden, teilte die führende Ermittlerin Susan Gomes mit. Zeichen, dass sich jemand gewaltsam Zutritt zum Haus verschafft habe, habe es nicht gegeben. Den anfänglichen Verdacht eines gemeinsamen oder erweiterten Suizid habe die Polizei inzwischen ausgeschlossen.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben hunderte Beweise aus der Villa sowie einer Wohnung in Florida gesammelt und ausgewertet. Darunter waren Aussagen von mehr als 120 Zeugen und mehr als 2000 Stunden Videomaterial aus der Umgebung der Villa. Zu möglichen Tatverdächtigen und Motiven äußerten sich die Ermittler nicht. Sherman hatte laut dem Wirtschaftsmagazin "Canadian Business" ein geschätztes Vermögen von umgerechnet 3,1 Milliarden Euro. Im Ranking der reichsten Kanadier stand er auf Platz 15.

Reich wurde Sherman vor allem mit dem 1973 von ihm gegründeten Generika-Hersteller Apotex, dem größten kanadischen Pharma-Produzenten mit weltweit 11.000 Mitarbeitern. Er war als Workaholic bekannt und bei Angestellten beliebt. Nicht zuletzt wegen hunderter Gerichtsprozesse fürchteten ihn seine Konkurrenten. Auch Gomes beschrieb Shermans Unternehmen als "prozesssüchtig", was Ermittlungen am Arbeitsplatz des Milliardärs erschwert habe.

Ehefrau rang offenbar mit ihren Angreifern

Shermans Familie heuerte zudem private Ermittler an, um den Fall unabhängig von der Polizei untersuchen zu lassen. Diese entdeckten einem Bericht des Sender CBC zufolge Hinweise, dass mehrere Killer an der Tat beteiligt waren. Honey Sherman soll mit ihren Angreifern gerungen haben, was Schnitte an Lippe und Nase und Blut am Tatort zeigten.

Dem Autopsiebericht der Polizei zufolge wurde das Paar erwürgt. "Barry liebte das Leben", sagte Shermans langjähriger Freund Murray Rubin dem Sender CBC. "Er liebte, was er tat. Er hätte niemals Suizid begangen oder seine Frau getötet."

Quelle: ftü/dpa

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