Panorama

Witwer macht sich Vorwürfe Strydom starb 15 Minuten vom Gipfel entfernt

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Gropel kann seine Frau nur noch tot heimbringen.

(Foto: AP)

Es war ihr gemeinsames Projekt: Als Paar wollen Maria Strydom und Robert Gropel den Mount Everest besteigen und zeigen, dass Veganer alles schaffen können. Nun ist Strydom tot und ihr Witwer voller Schuldgefühle.

Erstmals nach dem Tod seiner Frau bei der Besteigung des Mount Everest hat sich der Ehemann von Maria Strydom zu den Geschehnissen am Berg geäußert. Robert Gropel hatte die Besteigung zusammen mit der 34-Jährigen unternommen.

Das Paar hatte den Aufstieg am Freitag bei klarem Wetter begonnen. Kurz vor dem Gipfel, der auf 8848 Metern Höhe liegt, sei seine Frau dann sehr erschöpft gewesen, erzählte Gropel bei Seven Network. "Ich habe sie gefragt, hast du was dagegen, wenn ich weitergehe?", so Gropel. Zu diesem Zeitpunkt seien sie 15 Minuten vom Gipfel entfernt gewesen. Seine Frau habe ihn aufgefordert weiterzugehen und geantwortet: "Ich werde hier auf dich warten".

Als er schließlich auf dem Gipfel gestanden habe, sei das aber nichts Besonderes gewesen, "weil sie nicht dort war", sagte er unter Tränen. "Ich lief dort auf und ab und es bedeutete mir nichts." Die Australierin Strydom erkrankte kurz unterhalb des Gipfels an der Höhenkrankheit. Auf dem Weg hinunter bekam sie zunächst Probleme beim Laufen und Sprechen. Nach der Gabe von Medikamenten und Sauerstoff besserte sich ihr Zustand zunächst. Plötzlich sei sie dann aber zusammengebrochen und habe nicht mehr wiederbelebt werden können. Sie starb in den Armen ihres Mannes.

"Ich bin ihr Mann, es ist meine Aufgabe, meine Frau zu schützen und sicher nach Hause zu bringen. Es ist nur natürlich, dass ich mich für ihren Tod verantwortlich fühle", so Gropel. Er könne noch immer keine Bilder von ihr ansehen, weil es ihm das Herz breche. Gropel wurde nach dem Tod seiner Frau von Rettungseinheiten vom Berg geflogen.

"Veganer können alles"

Die erfahrene Bergsteigerin hatte vor ihrem Aufbruch zum Mount Everest angekündigt, neben diesem auch die übrigen der sogenannten Seven Summits zu besteigen, die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente. Sie und ihr Mann würden die Expedition auch unternehmen, weil sie sich als Veganer ständig Fragen ausgesetzt sähen, ob sie mangelernährt seien. "Indem wir die sieben Gipfel besteigen, wollen wir beweisen, dass Veganer alles können", hatte sie laut einem Blog-Eintrag der australischen Monash Business School gesagt, wo sie einen Lehrauftrag hatte.

Strydoms Eltern berichteten, die Besteigung des Mount Everest sei der größte Traum ihrer Tochter gewesen, von dem sie sich nicht habe abbringen lassen. Sie habe immer gesagt, zu scheitern sei eine Sache, aufzugeben eine andere. Sie gebe nicht auf.

Gropel harrt noch immer in Kathmandu aus, weil er nicht ohne die Leiche seiner Frau nach Australien zurückkehren will. Die sterblichen Überreste wurden inzwischen vom Berg heruntergebracht. "Ich versuche stark zu sein und versuche den Job zu erledigen, meine Frau nach Hause zu bringen. Seine Frau sei sein Idol, seine Heldin. "Alles, was ich denke ist, dass ich will, dass sie nach Hause kommt."

Quelle: n-tv.de, sba

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