Panorama

Mit Hightech gegen das Virus Südkorea stellt Anti-Corona-Haltestellen auf

imago0097245293h.jpg

Wer es nicht in die Bushaltestelle schafft, kommt auch nicht in den Bus.

(Foto: imago images/Xinhua)

Keine Fahrt mit über 37,5 Grad: Hightech-Bushaltestellen in Südkorea sollen helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Sie messen die Körpertemperatur, bestrahlen die Luft und stellen Desinfektionsmittel bereit. Darüber hinaus bieten die Kabinen den wartenden auch persönlichen Komfort.

Im Kampf gegen die Corona-Krise setzt Südkorea auf Hightech-Bushaltestellen. Ausgerüstet mit UV-Lampen, Wärmebildkameras und Desinfektionsspendern sollen zehn hochmoderne Haltestellen in der Hauptstadt Seoul künftig sicherstellen, dass mit dem Virus infizierte Menschen Busse nicht mehr benutzen können.

Die Haltestellen stehen in einem Bezirk im Nordosten der Metropole. Es handelt sich um Kabinen aus Glas, die mit automatischen Türen versehen sind. Wer von einem Busfahrer mitgenommen werden möchte, muss sich zunächst vor eine Wärmebildkamera stellen, die in jede der Haltestellen eingebaut ist. Bei einer Körpertemperatur von unter 37,5 Grad, öffnet sich die Tür und die Kabine kann betreten werden. Liegt sie jedoch darüber, bleibt die Person draußen und der Bus fährt weiter.

"Wir haben jede erdenkbare Anti-Corona-Maßnahme, die es gibt, in diese Kabinen eingebaut", sagte Kim Hwang Yun vom örtlichen Bezirksamt. Zufrieden zeigte sich auch die 49-jährige Kim Ju Li, die eine der Haltestellen zum ersten Mal ausprobierte: "Ich fühle mich sehr sicher hier drinnen. Denn ich weiß ja, dass die Temperatur der anderen auch überprüft wurde."

Klimaanlage sorgt für Abkühlung

Wer es in die Haltestellenkabine geschafft hat, muss auch an heißen Sommertagen bis zum Eintreffen des Busses nicht schwitzen. Eine Klimaanlage kühlt den Raum, zudem soll die Strahlung von eingebauten UV-Lampen Viruspartikel in der Luft abtöten. Spender stellen den wartenden Personen Desinfektionsmittel zur Verfügung - es gibt zudem auch Internetverbindung. Auf Monitoren werden die Menschen daran erinnert, ihre Schutzmasken aufzusetzen und mindestens einen Meter Abstand voneinander zu halten.

Die Kosten pro Kabine liegen bei 100 Millionen südkoreanische Won (71.000 Euro). Nach Behördenangaben wird jede Kabine etwa 300 bis 400 Mal am Tag genutzt. Südkorea war eines der ersten Länder, in denen sich das Coronavirus nach seiner Entdeckung in China ausbreitete. Die Behörden bekamen das Virus aber durch ein umfangreiches Programm zur Fallverfolgung, Testung und Behandlung der Infizierten unter Kontrolle, ohne auf Ausgangssperren zurückgreifen zu müssen.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.