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Kirche will keinen Schadensersatz Tebartz-van Elst muss nicht zahlen

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Finanziell hat Bischof Tebartz-van Elst den Luxus-Skandal ausgestanden.

(Foto: dpa)

Die Prunksucht des Limburger Bischofs hat bei den Gläubigen Empörung ausgelöst. Franz-Peter Tebartz-van Elst ist seinen Posten zwar längst los, an den Millionenkosten muss er sich allerdings nicht beteiligen, hat jetzt der Vatikan entschieden.

Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst muss nach einer Entscheidung des Vatikan nicht persönlich für die Kostenexplosion seines Bischofssitzes geradestehen. Schadenersatzleistungen durch Tebartz-van Elst seien nach Auffassung der Kongregation für die Bischöfe im Einvernehmen mit dem Staatssekretariat des Vatikans "nicht angebracht", teilte das Bistum Limburg mit.

Weihbischof Manfred Grothe, der das Bistum derzeit als Apostolischer Administrator übergangsweise leitet, hatte im Juli bei einem Besuch im Vatikan die Frage nach einer Wiedergutmachung durch Tebartz-van Elst vorgebracht. Grothe erklärte, der Vatikan habe sich intensiv mit den Fragen rund um den Bau des Bischofshauses befasst. "Nun ist die Entscheidung getroffen worden, die auch Klarheit über das weitere Vorgehen der Aufarbeitung gibt."

Die Gespräche waren laut Grothe konstruktiv und zielführend gewesen. "Das gemeinsame Ziel des Heiligen Stuhls und der Bistumsleitung ist es, den Weg so weiterzugehen, dass einem neuen Bischof ein guter und möglichst unbelasteter Start in sein Amt ermöglicht wird." Wann ein neuer Bischof kommt, ist noch offen. Grothe erklärte, er hoffe, dass bis zum Sommer nächsten Jahres ein Nachfolger des bereits seit Oktober 2013 suspendierten Tebartz-van Elst gewählt und ernannt werde.

Die Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg waren auch als Folge luxuriöser Zusatzausstattungen, die Tebartz-van Elst veranlasst hatte, auf mehr als 31 Millionen Euro explodiert. Der Skandal um den Millionenbau hatte die katholische Kirche in Deutschland schwer belastet und eine wochenlange Diskussion über die bis dahin häufig intransparente Finanzausstattung der Bistümer ausgelöst. Inzwischen haben viele Bistümer auf die Debatte reagiert und ihre Vermögen offen gelegt.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP