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"Außergewöhnliche Umstände" Texas vertagt Hinrichtung wegen Hurrikans

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Hurrikan "Harvey" sorgt für den Stopp einer geplanten Exekution in Texas. Weil seine Verteidiger aus den Flutgebieten stammen, bleibt ein Todeskandidat vorerst am Leben.

Wegen Hurrikan "Harvey" ist die Hinrichtung eines Todeskandidaten in einem US-Gefängnis im Bundesstaat Texas verschoben worden. Diese war für den 7. September geplant. Die Staatsanwaltschaft hat den Termin nun aufgrund "außergewöhnlicher Umstände" auf den 14. Dezember verlegt.

Der Richter begründete die Verschiebung damit, dass einige Verteidiger des Verurteilten aus den Gebieten in Harris County stammen, die in Folge des Hurrikans verwüstet und überflutet wurden. Die Terminverlegung sei nicht von der Verteidigung beantragt, sondern von der Bezirksstaatsanwaltschaft in Bexar County beschlossen worden, berichtet die Zeitung "Texas Tribune".

Der 36 Jahre alte Juan Castillo hat laut Urteil bei einem Raubüberfall im Jahr 2003 in San Antonio den 19-jährigen Tommy Garcia getötet. Der Staatsanwaltschaft zufolge versuchte der 36-Jährige, Garcia nach dem Raub zu beruhigen. Dafür versprach ihm Castillo Sex mit seiner Freundin, die zuvor mit Garcia zusammen gewesen war. Als Garcia floh, schoss Castillo ihm in den Rücken. Für den Mord wurde er von einem texanischen Gericht 2005 zum Tod durch die Giftspritze verurteilt.

Castillo wäre der fünfte Todeskandidat in diesem Jahr in Texas. Ob es weitere Verschiebungen durch das Unwetter geben wird, ist nicht bekannt. Wegen des Tropensturms mussten bereits fünf Gefängnisse mit rund 6000 Insassen im Großraum Houston evakuiert werden.

Laut dem texanischen Gouverneur Greg Abbott hat "Harvey" den Bundesstaat Texas wesentlich härter getroffen als Hurrikan "Katrina" 2005. Er geht von einem Schaden von 125 Milliarden Dollar aus und warnt, dass "das Schlimmste noch nicht vorbei" ist.

Quelle: n-tv.de, lsc

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