Panorama

Lehrer-Ansturm auf Impftermine Thüringen meldet Ausbrüche an Schulen und Kitas

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Schulstart in Ilmenau: Nach zwei Monaten zu Hause dürfen auch in Thüringen die Grundschüler wieder zum Unterricht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Montag dürfen Kindergärten und Grundschulen in vielen Bundesländern wieder öffnen - auch im Hotspot Thüringen. Nun meldet die Landesregierung Corona-Ausbrüche in 56 Schulen und Kitas. Die vorgezogenen Impftermine für Lehrer und Erzieher sind schon nach wenigen Stunden ausgebucht.

An mindestens 56 Schulen und Kindergärten in Thüringen gibt es aktuelle Corona-Infektionen. Das geht aus einer Aufstellung des Thüringer Bildungsministeriums hervor. Mit Stand vom Donnerstag melden demnach 26 Schulen eine oder mehr bestätigte Corona-Infektionen. Betroffen sind Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien, Regelschulen und berufsbildende Schulen. Bei den Kitas gibt es an 30 Einrichtungen Infektionen - inklusive zweier Einrichtungen in den Landkreisen Kyffhäuser und Schmalkalden-Meiningen, wo derzeit wegen hoher Sieben-Tage-Inzidenzwerte alle Kitas und Schulen geschlossen sind.

Grundschulen und Kindergärten dürfen in Thüringen seit Montag wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. In Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen müssen die Einrichtungen aber geschlossen bleiben. Bei einer Inzidenz zwischen 150 und 200 können die Kreise selbst entscheiden, wie sie verfahren.

Nach der Änderung des Impfplans mit höherer Priorität für Grundschullehrer und Erzieher waren die ersten verfügbaren Corona-Impftermine am Vormittag bereits binnen weniger Stunden ausgebucht. Die Terminvergabe wurde zwischenzeitlich geschlossen, wie eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) sagte. Demnach sind allein für den Sonntag 4160 Impftermine vergeben worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums kündigte eine baldige Wiederöffnung der Terminvergabe an.

Thüringen weiter Hotspot: Inzidenz bei fast 120

In Thüringen ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Neuinfektionen etwa doppelt so hoch wie bundesweit. Sie lag nach Angaben der Staatskanzlei bei fast 120 neuen Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Für ganz Deutschland wurden in diesem Zeitraum statistisch 61,7 neue Fälle je 100.000 Einwohner registriert. Der Kreis Schmalkalden-Meiningen ist mit einem Inzidenzwert von 206,5 besonders schwer betroffen, bundesweit ist das der vierthöchste Wert unter den Landkreisen.

Zur heiß diskutierten Frage nach dem Beitrag von Schulen zur Ansteckungsdynamik legte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Online-Publikation vor: Danach spielen Schülerinnen und Schüler eher nicht als "Motor" eine größere Rolle, wohl aber die Lehrkräfte. "Auftretende Ausbrüche sind im Regelfall im beobachteten Zeitraum klein und etwa die Hälfte beschränkt sich auf die Jahrgänge oder Klassen", stellten die Wissenschaftler fest. Größere Ausbrüche - in einem Fall mit 55 Fällen - kämen zwar vor, seien aber "insgesamt ein seltenes Ereignis".

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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