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Studie in den USA Sind Lehrer Infektionstreiber an Schulen?

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Auf oder zu? Die Debatte um den Umgang mit Schulen in der Pandemie reißt auch in Deutschland nicht ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Frage nach dem Infektionsgeschehen an Schulen treibt die Politik in vielen Ländern um. Eine Studie aus den USA gibt nun Aufschluss darüber, wie sich Coronaviren in den Schulen ausbreiten können. Lehrer spielen dabei eine wichtige Rolle.

Kaum eine Frage ist in der Corona-Krise umstrittener: Sind Schulen ein wesentlicher Motor der Coronavirus-Pandemie? Viele Studien stellen fest: Nein, sie sind keine Infektionstreiber. Dennoch kommt es an Schulen weltweit immer wieder zu Virus-Ausbrüchen. Neun von ihnen hat die Gesundheitsbehörde CDC in den USA nun genauer untersucht, um herauszufinden, wie sich die Coronaviren in den Schulen ausbreiten konnten.

Dafür werteten die Forschenden das Infektionsgeschehen zwischen Dezember und Januar in Grundschulen im US-Staat Georgia aus. Dabei identifizierten sie 32 Corona-Fälle bei 32 Schülerinnen und Schülern und 13 Fälle bei Lehrkräften an den Schulen. Zudem wurden mindestens 18 Haushalts-Kontakte der Infizierten ebenfalls positiv getestet.

Bei den neun untersuchten Ausbrüchen war der erste dokumentierte Fall nur einmal ein Schüler, in vier Fällen waren Lehrer zuerst infiziert gewesen - in den vier übrigen Fällen ließ sich die erste Infektion nicht ermitteln. Zudem wurden in acht Fällen Übertragungen des Coronavirus von Lehrern auf Schüler festgestellt; in zwei Fällen hatten Lehrer zuerst einander angesteckt, bevor das Virus auf die Schüler übergesprungen sei.

Bei persönlichen Treffen oder beim Mittagessen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der CDC kommen daher zum Schluss, dass Lehrkräfte mehr Corona-Infektionen in Schulen verursacht haben als Schülerinnen und Schüler. "Pädagogen spielten bei der Ausbreitung eine wichtige Rolle", sagte die CDC-Direktorin Rochelle Walensky. "Covid-19 wurde häufig bei persönlichen Treffen oder bei Mittagessen weitergegeben und gelangte anschließend in die Klassenräume."

Die Ergebnisse der Forschenden stehen im Einklang mit Erkenntnissen aus einer Studie in Großbritannien, die die Übertragung von Lehrenden auf Schüler als häufigsten Infektionsweg an Schulen beschrieben hatte. Und auch eine deutsche Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Übertragungsraten von Infektionen dreimal höher waren, wenn es sich wie bei dem ersten dokumentierten Fall um einen Lehrer handelte.

Bei den in der CDC-Studie untersuchten Ausbrüchen machten die Autoren in allen Fällen nicht optimal umgesetzte Abstandsregeln verantwortlich. Dies habe auch an dem Zuschnitt der Klassenräume gelegen sowie an der hohen Zahl von Schülerinnen und Schülern. Auch eine teils "inadäquate" Nutzung von Mund-Nasen-Schutzmasken habe zum Infektionsgeschehen beigetragen.

Quelle: ntv.de, hny

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