Panorama

Konzeptpapier des DIHK Ticket-App soll Fußgängerzonen regulieren

In Fußgängerzonen kann es schnell voll werden. Eine App könnte dafür sorgen, dass das Einhalten der Abstandsregeln in der Corona-Krise weiterhin möglich ist. Sogar Einkaufszeiten sollen damit gebucht werden. Der abwegig klingende Vorschlag des DIHK wird in bestimmten Bereichen bereits angewendet.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) appelliert an die Politik, in der Corona-Krise die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker zu nutzen. Der Zugang zu Geschäften, Hotels oder Fußgängerzonen etwa könne über Ticket-Systeme begrenzt werden, zitieren die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus einem Konzeptpapier des Verbands. Diese seien "ein äußerst wirksames und vielfältig einsetzbares Instrument zur Vermeidung von Menschenansammlungen" und würden bereits seit Längerem zur Steuerung großer Touristenströme eingesetzt. Die Tickets könnten dem Vorschlag zufolge über entsprechende Apps bereitgestellt werden.

Mit einer solchen App könnten Kunden auch Einkaufszeiten in Geschäften und für Dienstleistungen buchen, zitierten die RND-Zeitungen weiter aus dem Papier. "Das entzerrt die Kundenströme, verringert somit die Ansteckungsgefahr und sorgt gleichzeitig für eine kontinuierliche Auslastung der Geschäfte."

Ein derartiges System könne auch bei der Wiedereröffnung von Restaurants und Cafés helfen. "Für die Berechnung der aus epidemiologischer Sicht verantwortbaren Auslastung würden die Restaurants entsprechend angeben, wie viele Plätze sie bei Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln anbieten können." Im Tagestourismus könnten Tagestickets die Zahl der Gäste an typischen Hotspots wie Stränden, Seen, oder Nationalparks steuern. Ähnliches sei auch für Messen denkbar.

Warnungen vor überfüllten Bussen und Bahnen

Der DIHK schlägt laut dem Bericht zudem vor, Echtzeitdaten zur Entzerrung von Personenströmen zu verwenden, wie es Kartendienste bereits zur Stauvermeidung praktizierten. "Auf Basis solcher Echtzeitinformationen könnten Personen per Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone gewarnt werden, wenn die Personendichte in einem bestimmten Raum bereits sehr hoch ist und droht, die epidemiologisch angemessene Anzahl zu überschreiten", zitierten die Zeitungen aus dem DIHK-Papier. Auch "Warnschilder" auf Online-Karten sowie Warnungen vor überfüllten Bussen und Bahnen seien denkbar.

Weiter plädierte der DIHK für einen digitalen Corona-Pass auf Basis der Blockchain-Technologie. "Mit dem Corona-Pass können Personen nachweisen, dass sie auf das Virus getestet wurden und weiterhin an Tests teilnehmen", heißt es laut Bericht in dem Konzept. Die Informationen würden in einer Blockchain abgelegt, pseudonymisiert und datenschutzkonform in einer Cloud gespeichert.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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