Panorama

Minister sieht vergeudete Zeit Tierheim-Evakuierung in Kabul scheitert

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Paul Farthing ist Gründer eines Tierheims in Kabul. Der Evakuierungsversuch am Donnerstag verlief nicht erfolgreich.

(Foto: REUTERS)

Ein Brite, der ein Tierheim in der afghanischen Hauptstadt gegründet hat, versucht, seine Mitarbeiter und die Tiere mit einem Charterflug außer Landes zu bringen. Der britische Verteidigungsminister persönlich gibt grünes Licht für die Aktion - ärgert sich jedoch später. Der Fluchtversuch hat zudem keinen Erfolg.

Der Versuch eines Briten, ein Tierheim in Kabul zu evakuieren, ist erfolglos verlaufen. Die Aktion endete seinen Angaben zufolge am Flughafen, wo es am Donnerstag einen Anschlag mit Dutzenden Toten und Verletzten gegeben hatte. Der ehemalige britische Soldat Paul Farthing hatte eine Kampagne in sozialen Medien gestartet, um mehr als 150 Katzen und Hunde aus einem von ihm gegründeten Tierheim in Kabul ausfliegen zu können.

Inzwischen erklärte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace, er habe zu viel Zeit mit der Diskussion über die Evakuierung von Haustieren aus Afghanistan verbracht. Das sagte der konservative Politiker in einem Interview des Senders "Times Radio". Wallace hatte die Aktion zunächst unter Verweis auf den Vorrang für von den Taliban gefährdete Menschen abgelehnt, aber schließlich dem Druck nachgegeben.

Der Versuch Farthings, mit rund 70 Mitarbeitern und den Tieren am Donnerstag zu einer Maschine an den Flughafen zu gelangen, die von Unterstützern gechartert worden war, scheiterte jedoch an fehlenden Dokumenten, die Aktion musste wegen des Chaos nach dem Anschlag abgebrochen werden. Der Brite twitterte, sie seien weggeschickt worden, nachdem US-Präsident Joe Biden kurz zuvor die Dokumenten-Regeln geändert habe. "Wir sind durch die Hölle gegangen, um dorthin zu gelangen, und wurden weggeschickt in das Chaos dieser verheerenden Explosionen."

Farthing hatte zuvor angeboten, in dem Charterflugzeug auch weitere Menschen mitzunehmen. Die Tiere sollten im Frachtrum reisen. "Wenn er mit seinen Tieren kommt, werden wir einen Slot für sein Flugzeug suchen", hatte Wallace am Mittwoch getwittert.

Die britische Rettungsmission soll nach Angaben von Wallace noch an diesem Freitag enden. Ob Farthing mit seinen Mitarbeitern und Tieren die Ausreise vor dem Ende des US-Militäreinsatzes am 31. August noch gelingen wird, scheint inzwischen mehr als fraglich.

Quelle: ntv.de, hul/dpa

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