Panorama

Abkommen soll Wrack schützen Titanic-Taucher müssen mit Strafe rechnen

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Mehr als die Hälfte der Passagiere starb bei dem Unglück 1912.

(Foto: imago images/Mary Evans)

Vor mehr als hundert Jahren gesunken und heute heiß begehrt: Forscher und Touristen tauchen in Scharen zu den Überresten der Titanic. Ein jahrelang geplantes Abkommen soll das Wrack nun vor Schäden schützen. Unbefugten Eindringlingen drohen empfindliche Strafen.

Das Wrack der vor mehr als hundert Jahren gesunkenen "Titanic" steht von nun an unter dem besonderen Schutz von Großbritannien und den USA. Diese Woche trat ein Abkommen zwischen beiden Ländern in Kraft, das den Zugang von Forschern und Touristen zu den weitestgehend intakten Überresten des Schiffs in internationalen Gewässern im Atlantischen Ozean begrenzen soll, wie die zuständige britische Ministerin Nusrat Ghani mitteilte.

Das Wrack solle mit "Sensibilität und Respekt" gegenüber den 1500 Toten geschützt werden, betonte sie. Es gibt wachsende Sorgen, dass Besucher Artefakte entwenden, Müll hinterlassen oder unerlaubt Plaketten im Gedenken an die Opfer des Untergangs anbringen.

Dem englischen "Guardian" zufolge erklärte das britische Transportministerium, das neue Abkommen bedeute, dass fortan die Regierungen Großbritanniens und der USA die Befugnis hätten, Expeditionen ins Innere des Wracks zu genehmigen - oder eben zu untersagen. Gleiches gelte demnach für das Entfernen von Artefakten. Zuwiderhandlungen würden mit hohen Geldbußen bestraft.

Bislang war die "Titanic" nur durch eine Konvention der UN-Kulturorganisation Unesco geschützt. Großbritannien hatte den Vertrag mit den USA zum Schutz des Schiffes bereits 2003 unterzeichnet. Dieser wurde allerdings erst im November auch von den USA ratifiziert und kann deshalb erst jetzt in Kraft treten.

Die "Titanic" war am 10. April 1912 von Southampton aus in Richtung New York ausgelaufen. Fünf Tage später stieß das Schiff mit einem Eisberg zusammen, brach auseinander und sank. Von den mehr als 2200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord kamen knapp 1500 bei der Tragödie ums Leben. Das Wrack wurde 1985 rund 650 Kilometer vor der kanadischen Küste entdeckt.

Quelle: ntv.de, jru/AFP