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Hinrichtung aufgeschoben Todeskandidat fordert Beistand durch Imam

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Todeskammer in einem US-Gefängnis.

(Foto: picture alliance / Paul Buck/epa)

Domineque Ray soll im US-Staat Alabama hingerichtet werden. Doch weil er sich einen muslimischen Geistlichen wünscht, stoppt ein Gericht die Vollstreckung. Nun soll der Fall vor dem Supreme Court landen.

Ein zum Tode verurteilter Muslim hat im US-Bundesstaat Alabama in letzter Minute einen Aufschub seiner Hinrichtung erreicht. Ein Berufungsgericht in Atlanta entschied zugunsten des 42-jährigen Domineque Ray, der auf den Beistand eines Imams während der Hinrichtung pocht. Der Verurteilte dürfe gegenüber christlichen Mithäftlingen nicht benachteiligt werden, denen ein Geistlicher zur Seite gestellt werde, hieß es in der Urteilsbegründung.

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Die Richter verwiesen auf die Religionsfreiheit. Laut dem ersten Zusatzartikel der US-Verfassung darf der Staat einzelne Religionen nicht bevorzugen. In Alabama dürfen Gefängniskaplane den Verurteilten im Hinrichtungsraum beistehen, muslimische Geistliche und Vertreter anderer Religionen können die Gefangenen hingegen nur bis zur Tür begleiten.

Bundesstaat will Supreme Court anrufen

Ray sollte eigentlich am heutigen Donnerstag hingerichtet werden. Er war wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer 15-Jährigen im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Der 42-Jährige, der während seiner Haftzeit zum Islam konvertiert war, verlangte jedoch, dass ihn ein muslimischer Geistlicher in die Todeskammer begleitet.

In erster Instanz wurde die Forderung abgelehnt. Es dürfe kein Risiko eingegangen werden, indem ein Geistlicher ohne entsprechende "Erfahrung und Ausbildung" bei der Hinrichtung anwesend sei, entschied das Gericht.

Das Bundesberufungsgericht in Atlanta wies diese Argumentation nun aber zurück. Es seien keine Beweise für ein solches Sicherheitsrisiko vorgelegt worden. Zudem sei nicht ersichtlich, wieso es nicht möglich sei, einen Imam entsprechend zu schulen. Der Bundesstaat Alabama kündigte an, den Fall vor den Supreme Court zu bringen.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP

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