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Heikler Zwischenfall am Himmel Tornado-Jet verliert meterlange Zusatztanks

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Warum der Tornado seine Zusatztanks verlor, ist noch unklar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einem Übungsflug über Schleswig-Holstein verliert ein Kampfflugzeug der Bundeswehr zwei Treibstoffbehälter. Stundenlang suchen Bergungstrupps nach den etwa 130 Kilogramm schweren Zusatztanks. Verletzt wird bei dem Vorfall glücklicherweise niemand.

Ein Tornado-Jet der Luftwaffe hat bei einem Übungseinsatz am Himmel über Norddeutschland zwei Tankbehälter verloren. Es habe sich um zwei Zusatztanks gehandelt, die zum Zeitpunkt des Verlusts leer gewesen seien, wie ein Sprecher der Luftwaffe erklärte. Die etwa 130 Kilogramm schweren Tanks schlugen in einer ländlichen Region auf. Die Behälter seien nach einer intensiven Suche bei Pansdorf im Kreis Ostholstein entdeckt worden, hieß es.

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Während der eine Zusatztank bereits am Donnerstag auf einem Feldweg zwischen Ratekau und Pansdorf nahe der Autobahn A1 gefunden werden konnte, sei der andere Behälter erst am Morgen gegen 7.30 Uhr unweit der ersten Fundstelle auf einem Feld entdeckt worden, sagte der Sprecher. Die Polizei habe den Bereich abgesperrt, Feldjäger der Bundeswehr und ein Bergetrupp wurden alarmiert.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Warum sich die beiden Zusatztanks mitten im Flug lösten, ist den Angaben zufolge nach wie vor unklar. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Luftwaffe gegen 15.40 Uhr in einer Flughöhe von rund 6000 Metern. Die beiden Tanks sind jeweils etwa 5,6 Meter lang und kommen auf einen Durchmesser von bis zu 74 Zentimetern.

Vergleichbare Fälle in der Vergangenheit

Nach ersten Erkenntnissen der Luftwaffe hat es in der Vergangenheit zwei vergleichbare Fälle gegeben: Einmal Anfang 2006, als ein Tornado bei einer Übung über internationalen Gewässern die Außentanks verlor. Und ein weiteres Mal sei es in Nordrhein-Westfalen zu einem Tankabwurf gekommen, sagte der Sprecher, ohne Details zu nennen.

Der Tornado habe sich zusammen mit einem weiteren Tornado-Jet auf dem Rückweg von einem Übungsflug befunden, sagte der Sprecher. Den Angaben zufolge stammen beide Jets vom Fliegerhorst Jagel, wo das Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" stationiert ist. Die Maschinen würden regelmäßig gewartet, hieß es. Unabhängig davon gilt das Flugzeug-Modell allerdings als veraltet. Seit Jahren sucht die Bundeswehr nach einem geeigneten Nachfolger.

Zwischenzeitlich war dabei auch der Tarnkappen-Kampfjet F-35 aus US-amerikanischer Produktion im Gespräch. Zuletzt hieß es allerdings aus Luftwaffenkreisen, dass mittlerweile die Anschaffung deutlich günstigerer Maschinen vom Typ F-18 favorisiert werde. Eine Entscheidung ist längst überfällig.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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