Panorama

Gericht "öffnet" Wisconsin Trump jubelt, Gouverneur fürchtet Chaos

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Die Protestierenden Wisconsins dürfen sich freuen: Im Staat wird sich manches ändern.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Im US-Bundesstaat Wisconcin hat der Oberste Gerichtshof die verhängten Ausgangssperren wieder kassiert. Während der demokratische Gouverneur vor Chaos warnt, jubelt US-Präsident Donald Trump über die Entscheidung des Gerichts. Sein Chefberater in der Corona-Krise ist nicht so euphorisch.

Im landesweiten Streit um die Lockerungen der Corona-Auflagen hat der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Wisconsin die Ausgangssperre in dem Staat im Mittleren Westen aufgehoben. Diese Entscheidung könnte "all die Arbeit, die wir geleistet haben, und all die Opfer, die die Wisconsiner in den vergangenen Monaten gebracht haben", zunichte machen, schrieb der demokratische Gouverneur Tony Evers bei Twitter.

Evers hatte die Ausgangssperre bis zum 26. Mai verlängert, allerdings einige Beschränkungen für Geschäfte gelockert. Das Gericht stellte sich mit seiner Entscheidung auf die Seite von US-Präsident Donald Trump und seinen Republikanern. Diese drängen auf eine rasche Öffnung des Landes in der Corona-Pandemie. Trump will die Wirtschaft schnell wieder ankurbeln und damit seine Chancen auf eine Wiederwahl im November erhöhen. Überall in den USA, auch in Wisconsin, gab es zuletzt Proteste gegen die Pandemie-Auflagen.

Trumps Chefberater in der Corona-Krise, der Seuchenexperte Anthony Fauci, hingegen warnt vor einer vorschnellen Lockerung der Corona-Restriktionen. Es gebe das "reale Risiko" einer neuen Infektionswelle, die sich nicht kontrollieren lasse.

"Das ist ein Chaos"

Trump gratulierte Wisconsin am Donnerstag auf Twitter zu dem "errungenen Sieg". Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates "wurde von den Gerichten gezwungen, den Staat zu öffnen. Die Menschen wollen mit ihrem Leben weitermachen", twitterte der US-Präsident.

"Das ist ein Chaos", sagte Evers dem Fernsehsender CNN. "Ich meine, ich kann es nicht anders ausdrücken." Auch wenn der Bundesstaat nicht zu den am härtesten betroffenen gehört, starben dennoch mehr als 400 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Über 10.900 Infektionsfälle wurden gemeldet.

Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses von Wisconsin, Robin Vos, und der Mehrheitsführer im Senat des Bundesstaates, Scott Fitzgerald, begrüßten das Urteil. Es erlaube "den Menschen, sich wieder mit ihren Lieben zu treffen oder ihre Gotteshäuser zu besuchen, ohne Angst haben zu müssen, eine staatliche Anordnung zu verletzen".

Quelle: ntv.de, ter/AFP