Panorama

Suizid-Gefährdete zerstückelt Twitter-Killer aus Japan gesteht neun Morde

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Der 29-jährige Takahiro Shiraishi köderte neun Opfer im Alter zwischen 15 und 26 Jahren.

(Foto: imago/Kyodo News)

Über Twitter ködert der 29-jährige Takahiro Shiraishi bewusst Suizid-gefährdete Menschen, zerstückelt sie und bewahrt ihre Leichen anschließend in seiner Gefriertruhe auf. Jetzt gesteht er die Taten vor Gericht ganz ohne Reue. Der Mann gibt gleich mehrere Motive an.

Ein als "Twitter-Killer" bekannt gewordener Mann hat in Japan neun Morde gestanden. Vor einem Gericht in Tokio sagte der 29-jährige Takahiro Shiraishi laut örtlichen Medienberichten, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien "alle korrekt". Laut Anklage hatte der Mann neun Menschen ermordet, zerstückelt und die Leichenteile anschließend in Gefriertruhen aufbewahrt.

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  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
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  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Am Morgen des Halloween-Tages 2017 hatte die Polizei auf der Suche nach einer vermissten Frau in Shiraishis Wohnung eine grausige Entdeckung gemacht: Die Beamten stießen auf Leichenteile und Hunderte Knochenstücke, die in Gefriertruhen und Werkzeugkisten gelagert und teilweise mit Katzenstreu bedeckt waren, um den Gestank zu überdecken.

Den Ermittlungen zufolge soll der Täter über den Kurzmitteilungsdienst Twitter gezielt Nutzer mit Suizid-Tendenzen kontaktiert und ihnen versprochen haben, er könne ihnen bei der Umsetzung ihrer Suizidpläne helfen oder gar mit ihnen gemeinsam sterben. Auf diese Weise soll er neun Opfer im Alter zwischen 15 und 26 Jahren geködert haben.

Laut "the japan times" ermordete Shiraishi seine Opfer, um sie zu bestehlen und zu missbrauchen. Er wolle seine sexuellen Fantasien ausleben, hieß es. Mitleid hab er keines, denn er unterscheide stark zwischen Menschen, die er liebt und "anderen Leuten". Über seine eigene Festnahme sei er hingegen geschockt.

Der Prozess gegen den "Twitter-Killer" erweckt in Japan riesiges Aufsehen: Laut dem Fernsehsender NHK standen vor dem Gerichtsgebäude in Tokio mehr als 600 Neugierige Schlange, um einen der nur 13 Zuschauerplätze im Saal zu ergattern.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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