Panorama
Zusammenstoß in der Luft: Ein "Hercules"-Tanker der US-Marines (Archivbild).
Zusammenstoß in der Luft: Ein "Hercules"-Tanker der US-Marines (Archivbild).(Foto: AP)
Donnerstag, 06. Dezember 2018

Flugzeugunglück vor Japan: US-Kampfjet rammt "Hercules"-Tanker

Schwerer Zwischenfall vor der Südküste Japans: Bei der Luftbetankung kommt eine "Hornet" der US-Marines einem viermotorigen "Hercules"-Tanker zu nahe - mit katastrophalen Folgen. Nach dem Unglück beginnt ein großer Sucheinsatz nach den Besatzungen.

Vor der japanischen Küste sind zwei US-Militärflugzeuge bei einem nächtlichen Übungsflug zusammengestoßen und abgestürzt. Ersten Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium zufolge kollidierte ein F-18-Kampfjet vom Typ "Hornet" des Marine Corps beim Versuch, Treibstoff zu übernehmen, mit einem KC-130-Tankflugzeug "Hercules". Ein Besatzungmitglied, das nach dem Unglück gefunden wurde, kam nach Angaben des Militärs ums Leben. Ein weiterer Soldat überlebte den Vorfall. Nach fünf Besatzungsmitgliedern wird noch gesucht.

Bei der Treibstoffübergabe kommen sich "Hornet" und "Hercules" gefährlich nahe (Archivbild): Die Luftbetankung zählt für US-Piloten zur Routineübung.
Bei der Treibstoffübergabe kommen sich "Hornet" und "Hercules" gefährlich nahe (Archivbild): Die Luftbetankung zählt für US-Piloten zur Routineübung.(Foto: © U.S. Marine Corps photo by Cpl. Nicole Zurbrugg)

Der Vorfall ereignete sich kurz in der Nacht auf Donnerstag gegen 1.42 Uhr Ortszeit (Mittwoch, 17.42 MEZ). US-Medienberichten zufolge befanden sich an Bord des Kampfjets zwei Besatzungsmitglieder, an Bord des Tankflugzeugs fünf. In der Region lief noch in der Nacht ein großangelegter Such- und Rettungseinsatz an, an dem sich neben dem US-Militär auch Einsatzkräfte der japanischen Streitkräfte und Helfer der Küstenwache beteiligten.

Suchaktion im Pazifik

Das Besatzungsmitglied, dass das Unglück überlebte, sei vier Stunden nach dem Absturz gerettet worden, teilte ein Sprecher der Marines mit. Ein japanischer Rettungshubschraubers brachte ihn zurück zur Basis. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, hieß es.

Das Suchgebiet liegt im offenen Meer rund 100 Kilometer vor Kap Murato auf Shikoku, einer der japanischen Hauptinsel Honshu vorgelagerten Insel im Süden Japans. Die japanischen Streitkräfte, die Küstenwache und Einheiten des US-Militärs suchen vor Ort mit Schiffen und Flugzeugen nach Überlebenden. Das Wetter im Suchgebiet erschwert die Suche: In der Region herrschen ungünstige Witterungsbedingungen mit kräftigem Wind und Regenschauern.

Wie genau es zu dem verhängnisvollen Zusammenstoß in der Luft kommen konnte, ist noch unklar. In einer kurzen Stellungnahme der US-Marine war zunächst nur von einem "Missgeschick" ("Mishap") die Rede. Der Unglückshergang ist demnach noch vollkommen unklar. Die beiden in den Unfall verwickelten Flugzeuge waren zuvor vom US-Stützpunkt im südjapanischen Iwakuni zu Übungsflügen gestartet.

Nahe Hiroshima gestartet

Bei dem Kampfjet handelt es sich um eine zweistrahlige Maschine, die bei den fliegenden Einheiten der US-Marineinfanterie in ein- und zweisitzigen Varianten im Einsatz ist. Anders als die Besatzung des viermotorigen Tankflugzeugs "Hercules" können sich "Hornet"-Piloten im Notfall per Schleudersitz aus dem Cockpit katapultieren.

Die vom Marine Corps genutzte Tankerversion der bewährten Transportmaschine kann gut 38 Tonnen an Flugtreibstoff aufnehmen und dient bei der kleinsten der vier Teilstreitkräfte im US-Militär üblicherweise auch zur Luftbetankung von Hubschraubern. Die Heimatbasis der beiden in den Vorfall verwickelten Flugzeuge liegt rund 300 Kilometer von der Unglücksstelle entfernt an der Bucht von Hiroshima. Am Standort Iwakuni unterhält das Marine Corps einen größeren Militärstützpunkt. In Japan sind insgesamt rund 50.000 US-Soldaten stationiert.

Quelle: n-tv.de