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Über 20 Jahre mit zu wenig Regen US-Regierung kürzt Wasserzuteilung aus Colorado

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Der Colorado River hat einen kritischen Pegelstand erreicht - es gab in der Region seit vielen Jahren Regenfälle weit unter Durchschnitt.

(Foto: PantherMedia / George Mdivanian)

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Wer nicht hören will, muss fühlen: Trotz vieler Warnungen in den letzten Jahren senken die Regionen am Colorado River ihren Wasserverbrauch nicht so, dass es ausreicht. Nun müssen Arizona, Nevada und auch Mexiko mit weniger Flusswasser auskommen - Washington beschränkt die Zuteilung deutlich.

Zum Schutz des Colorado River in den USA müssen mehrere Bundesstaaten und auch Mexiko Einschnitte bei der Wasserversorgung hinnehmen. Die US-Regierung teilte mit, dass es den vom Wasser des Flusses abhängigen Regionen trotz jahrelanger Warnungen nicht gelungen sei, ihren Bedarf ausreichend zu senken. Deswegen werde Washington die Wasserzuteilung kürzen.

Der Colorado River ist die Lebensader des Westens der USA. Nach mehr als zwei Jahrzehnten mit weit unterdurchschnittlichen Niederschlägen hat der Fluss einen kritischen Pegelstand erreicht. Um einen "katastrophalen Zusammenbruch" des Fluss-Systems sowie "eine Zukunft voller Unsicherheiten und Konflikte zu vermeiden", müsse die Wassernutzung im Flussbecken verringert werden, sagte Tanya Trujillo von der Bundesagentur für Wasservorräte.

Kalifornien nicht von Einschnitten betroffen

Arizonas Zuteilung aus dem Fluss wird nach Angaben Washingtons im Jahr 2023 um 21 Prozent sinken. Nevada erhält acht Prozent weniger. Mexikos Anteil soll sich um sieben Prozent verringern. Der bevölkerungsreichste westliche Bundesstaat Kalifornien ist der größte Nutzer von Wasser aus dem Colorado River, wird aber im kommenden Jahr nicht von Einschnitten betroffen sein.

Angesichts der langanhaltenden Dürre im Westen der USA hatte Kalifornien kürzlich einen Plan für eine Sicherung der Wasserversorgung vorgelegt. Das am 11. August von Gouverneur Gavin Newsom vorgestellte Maßnahmenpaket sieht unter anderem mehr oberirdische Wasserspeicher, ein besseres Auffangen von Regenwasser, eine bessere Wasseraufbereitung und mehr Meerwasserentsalzung vor.

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"Der Klimawandel bedeutet, dass wir es nicht mehr nur mit zweijährigen Dürren zu tun haben werden, wie es historisch der Fall war", erklärte Newsom. Dürren würden vielmehr zu einem Dauerzustand im Westen der USA. "Kalifornien wird sich an diese neue Realität anpassen."

Der Colorado River versorgt etliche Millionen Menschen und zahllose Ackerflächen. Er entspringt in den Rocky Mountains und schlängelt sich durch Colorado, Utah, Arizona, Nevada, Kalifornien und Nordmexiko, wo er in den Golf von Kalifornien mündet. Gespeist wird er vor allem durch die Schneedecke in den Hochlagen, die in den wärmeren Monaten langsam schmilzt. Die geringeren Niederschläge und die höheren Temperaturen infolge des Klimawandels haben jedoch zur Folge, dass weniger Schnee fällt.

Quelle: ntv.de, abe/AFP

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