Panorama

"Unbegründete Anschuldigungen" China keilt gegen USA wegen Lockdown-Kritik

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In Shanghai gelten derzeit rigorose Vorschriften, die streng kontrolliert werden.

(Foto: REUTERS)

Shanghai hat sich zum chinesischen Corona-Epizentrum entwickelt. In der Millionenmetropole gilt ein strenger Lockdown, der die US-Botschaft aufschreckt. US-Bürger werden gewarnt, dass die Maßnahmen "willkürlich" durchgesetzt würden. Das hört man in Peking nicht gern.

Die chinesische Regierung hat die USA wegen ihrer Äußerungen über Pekings Corona-Politik scharf kritisiert. Chinas Seuchenbekämpfungspolitik sei "wissenschaftlich und effektiv", erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian. Peking weise die "unbegründeten Anschuldigungen" der US-Botschaft in China entschieden zurück.

Die Botschaft in Peking hatte am Samstag die "freiwillige Ausreise" von nicht notwendigem Personal aus ihrem Konsulat in Shanghai genehmigt. Sie warnte US-Bürger in China, dass sie mit einer "willkürlichen Durchsetzung" der Virusbeschränkungen rechnen müssten. Das US-Außenministerium hatte zuvor vor Reisen nach Shanghai wegen der strengen Corona-Beschränkungen gewarnt, "einschließlich des Risikos, dass Eltern und Kinder getrennt werden".

"Das ist die Entscheidung der USA", erklärte Außenamtssprecher Zhao. "Wir haben volles Vertrauen, dass Shanghai und andere Orte diese Runde der Epidemie überwinden werden". China kämpft mit der schlimmsten Infektionswelle seit Beginn der Pandemie, und 90 Prozent der neu gemeldeten Fälle kommen aus Shanghai. Die Wirtschaftsmetropole registrierte am Sonntag eine neue Rekordzahl von 24.943 Neuinfektionen.

China verfolgt noch immer Zero-Covid-Strategie

Zugleich gehört China zu den letzten Ländern weltweit, die an einer sogenannten Zero-Covid-Strategie festhalten: Mit strikten Lockdowns und Massentestungen sollen jegliche Ansteckungen vermieden werden. Shanghai ist dementsprechend seit zwei Wochen ganz oder teilweise abgeriegelt. Etwa 25 Millionen Menschen wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Die strengen Regeln und ihre Folgen sorgen zunehmend für Unmut in der Bevölkerung, die ihrem Ärger über Lebensmittelknappheit und strenge Kontrollen in den Online-Netzwerken Luft macht. Die höchst umstrittene Maßnahme, Corona-positive Kinder von Eltern zu trennen, die negativ getestet wurden, wurde nach heftiger Kritik wieder gelockert. Ein grundsätzlicher Strategiewechsel ist jedoch nicht in Sicht. Der städtische Gesundheitsbeamte Wu Qianyu sagte auf einer Pressekonferenz, die Vorschriften würden "nicht im Geringsten gelockert".

Quelle: ntv.de, fzö/AFP

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