Panorama

"Kriegsschiff, f*** dich!" Ukrainische Post zeigt Russland den Stinkefinger

Der ukrainische Soldat Roman Hrybow (rechts) und Postchef Ihor Smyljanskyj signieren im Hauptpostamt die neuen speziellen Briefmarken.

Der ukrainische Soldat Roman Hrybow (rechts) und Postchef Ihor Smyljanskyj signieren im Hauptpostamt die neuen speziellen Briefmarken.

(Foto: Ukrposhta)

Der Angriffskrieg auf die Ukraine ist auch ein Propaganda-Krieg. Ein angeblicher Funkspruch mit den Worten: "Russisches Kriegsschiff, f*** dich!" hat längst Kult-Status erreicht. Neben T-Shirts und Plakaten gibt es jetzt sogar eine Briefmarke mit der deutlichen Botschaft an den Feind.

Die ukrainische Post hat eine neue Briefmarke herausgebracht - mit einer deutlichen Botschaft an die russischen Angreifer. Abgebildet ist ein ukrainischer Soldat, der einem herannahenden Kriegsschiff den Stinkefinger zeigt. Ein Sonderstempel bildet zudem die Umrisse der von der russischen Marine eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer ab - sowie den Anfang des Satzes "Russisches Kriegsschiff, f*** dich!"

Das Motiv und der Satz sind eine Anspielung auf einen Moment, der wohl in die ukrainischen Geschichtsbücher eingehen wird. Ende Februar wurde in den ersten Kriegstagen ein Funkspruch aufgezeichnet, der den Widerstand der Ukraine gegen das russische Militär in einen Satz festhielt. Damals hatte ein russisches Kriegsschiff die Garnison der Schlangeninsel, die vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa liegt, aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Darauf antwortete der ukrainische Marineinfanterist Roman Hrybow: "Russisches Kriegsschiff, f*** dich!"

Der Soldat wurde wegen seiner Worte zum Volkshelden. Sein Spruch ziert seitdem landesweit Plakate, wurde auf T-Shirts und andere Souvenirs gedruckt. Die Briefmarken wurden in zwei Versionen herausgebracht: eine für das Inland und eine für das Ausland. Die ersten mit den Marken beklebten Sonderbriefumschläge wurden von Hrybow und Postchef Ihor Smyljanskyj im Hauptpostamt in Kiew signiert.

Die Heldengeschichte der ukrainischen Soldaten auf der Schlangeninsel wurde aber nicht nur durch den Spruch berühmt. Denn die Ukraine war zunächst davon ausgegangen, dass alle auf der Insel postierten Soldaten umgekommen waren, weil die Verbindung zu ihnen abgebrochen war.

Allerdings zeigte das russische Militär Bilder der Gefangen nach ihrer Ankunft in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Die Ukrainer hatten sich den Angaben zufolge ergeben, nachdem ihnen die Munition ausgegangen war. Anschließend kam es laut der Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk zu einem Gefangenaustausch, wobei 19 zivile Seeleute und 10 ukrainische Soldaten wieder in Freiheit gelangten.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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