Panorama

Nach Protesten in Dresden Umstrittene Bus-Skulptur kommt nach Berlin

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In Berlin soll "Monument" vor dem Maxim-Gorki-Theater aufgestellt werden.

(Foto: imago/epd)

Das Kunstwerk "Monument" - drei senkrecht stehenden Linienbusse - wird von Dresden nach Berlin verlegt. In der "Pegida"-Hochburg hatte das Werk eines syrischen Künstlers zu Protesten geführt. Der ungefähre Standort in Berlin steht schon fest.

Das umstrittene Kunstwerk des syrischen Künstlers Manaf Halbouni, "Monument" - drei aufrecht stehende Busse - kommt nach Berlin. Wie der RBB unter Berufung auf die Künstlerische Leiterin des Dresdner Kunsthauses, Christiane Mennicke-Schwarz berichtet, sollen die drei Busse vor dem Gorki-Theater in der Hauptstadt aufgestellt werden.

Die drei ausrangierten Linienbusse sollen demnach dort als Leihgabe zum dritten Herbstsalon im November aufgebaut werden. Der genaue Standort des Kunstwerks sei allerdings noch offen, sagte die Sprecherin des Maxim-Gorki-Theaters, Xenia Sircar. Am kommenden Dienstag sollen die Busse in Dresden abgebaut und bis November in Berlin zwischengelagert werden.

Vorlage für die Skulptur ist ein Pressefoto aus dem kriegszerstörten Aleppo. Dort sollen die Busse zum Schutz für Zivilisten vor Scharfschützen in einer Straßenschlucht aufgestellt worden sein. In Dresden wurde das Kunstwerk am 7. Februar aufgebaut und führte anfangs zu massiven Protesten von "Pegida"-Anhängern und Dresdner Bürgern. Später habe sich die Lage aber beruhigt, sagte Mennicke-Schwarz dem RBB. "Wir haben sehr, sehr viel positives Feedback dafür bekommen."

Umstritten war das Kunstwerk auch, weil die Busse in Aleppo offenbar von einer dschihadistischen Miliz, der Gruppe Ahrar al-Sham, aufgebaut worden waren und sich schwer nachvollziehen lässt, ob die Barriere wirklich dem Schutz der Zivilbevölkerung diente oder möglicherweise eine militärische Funktion erfüllt hatte. Ahrar al-Sham wurde vom Verfassungsschutz als Terror-Organisation eingestuft und gehört laut Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zum "islamistisch-salafistischen Spektrum des Aufstandes. Sie wollen das Assad-Regime stürzen und durch einen islamischen Staat ersetzen, der auf dem islamischen Recht der Scharia beruhen soll", lautet die Einschätzung.

Quelle: n-tv.de, bdk

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