Panne bei Hilfe für NepalUno verteilt verschimmelten Reis

Drei Millionen Menschen in Nepal sind nach dem Erdbeeben im April obdachlos. Die Vereinten Nationen verteilen Nahrungsmittel, doch offenbar wurde die Lieferung nicht überprüft: Mehrere Hundert Tonnen Reis und Linsen sind ungenießbar und zum Teil verdorben.
Verdorbene Linsen und verschimmelter Reis haben der Erbeben-Hilfe der Vereinten Nationen in Nepal Kritik eingebracht. Die Nahrungsmittel seien nicht essbar, sagte der Behördenchef des Distrikts Banke. Ein Team der nepalesischen Regierung sei aus Kathmandu angereist, um die betroffenen Lagerstätten des UN-Welternährungsprogramms zu untersuchen.
Die UN-Organisation erklärte, die beanstandeten Linsen seien gar nicht mehr für die Verteilung vorgesehen. Wegen Qualitätsmängeln würden sie zum Lieferanten zurückgeschickt.
Nach Angaben lokaler Medien wurden 541 Tonnen Linsen von minderwertiger Qualität gefunden. Bereits im Mai gab es Probleme mit Getreide des UN-Programms. Der im Distrikt Kavre verteilte Reis soll bei Kindern Durchfall verursacht haben. Die UN-Organisation produziert selbst nicht, sondern bezieht Nahrungsmittel von örtlichen oder internationalen Lieferanten. Vor der Verteilung werden die Güter normalerweise von einem Inspekteur unter die Lupe genommen.
Das schwere Himalaya-Erdbeben am 25. April hat mehr als 8900 Menschen das Leben gekostet. Etwa drei Millionen Menschen wurden alleine in Nepal obdachlos - das ist ein Zehntel der Bevölkerung. Da auch zahlreiche Vorräte und Saatgut zerstört wurden, sind viele Menschen von Lebensmittellieferungen abhängig.