Panorama

Kinder warten im WaisenhausVater und Leihmütter streiten um Babys

14.01.2015, 13:45 Uhr
3k2y2349-jpg3894845007400524905
Baby Gammy brachte den Fall ins Rollen. (Foto: dpa)

Die Leihmütter von neun Babys, die denselben japanischen Vater haben, wollen sich selbst um die Kinder kümmern. Doch auch der Vater klagt auf die Herausgabe der Kinder.

Der sonderbare Fall eines wohlhabenden Japaners, der von Leihmüttern in Thailand neun Babys zur Welt bringen ließ, ist um eine Wendung reicher. Der 24-Jährige habe die Behörden des südostasiatischen Landes darauf verklagt, ihm die Kinder zu übergeben, berichtete die Zeitung "Bangkok Post". Die Jungen und Mädchen befinden sich derzeit in der Obhut eines Heimes und auch ihre Mütter erheben Anspruch auf die Kinder.

Der Fall war im Sommer 2014 durch den Skandal um Baby Gammy ans Licht gekommen und hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. In einer Wohnung in Bangkok hatte die Polizei damals neun Babys mit Kindermädchen entdeckt. DNA-Tests ergaben, dass der Japaner der Vater ist. Den Ermittlungen zufolge hatte er die Kinder mit Hilfe von Eizellenspenderinnen künstlich gezeugt und Leihmütter dafür bezahlt, sie auszutragen. "Das Beste, was ich für die Welt tun kann, ist viele Kinder zu hinterlassen", soll der Mann einer Leihmutter-Vermittlung gesagt haben. Der Geschäftsmann, laut Medienberichten Sohn eines japanischen Telekom-Milliardärs, kehrte nach Bekanntwerden des Falls in seine Heimat zurück. Die thailändische Polizei leitete Ermittlungen wegen Menschenhandels ein.

Gammy hatte ein Down-Syndrom und einen Herzfehler und war deshalb von seinen australischen Eltern bei seiner thailändischen Leihmutter zurückgelassen wurde. Sie hatten nur Baby Gammys gesunde Zwillingsschwester mitgenommen.

Die neun in der Wohnung entdeckten Babys wurden daraufhin in einem Waisenhaus untergebracht, ihre Mütter dürfen sie aber regelmäßig besuchen. Sie wollen sich nun selbst um die Kinder kümmern. Die sechs Frauen verlangten das Sorgerecht für die Kinder, sagte die Jugendschutzbeauftragte des Ministeriums für Soziale Entwicklung, Suvanna Pinkaew, der Nachrichtenagentur AFP. In ihrer Klage vor einem Familiengericht werfen die Frauen demnach den Behörden vor, sich nicht richtig um die Babys zu kümmern. Laut Polizei hatten die Frauen für das Austragen der Kinder umgerechnet 10.500 Euro erhalten.

"Wir haben nie gesagt, dass die Mütter die Kinder nicht zurückbekommen", sagte die Jugendschutzbeauftragte Pinkaew. "Doch dazu müssen sie zunächst das vom Ministerium vorgeschriebene Verfahren durchlaufen." Unter anderem müssten sie nachweisen, dass sie für die Kinder sorgen und ihnen ein stabiles Familienleben bieten können.

Seit dem Skandal um Baby Gramm will Thailands Militärregierung das Geschäft mit der Leihmutterschaft beenden. Mehrere Fertilitätskliniken wurden geschlossen, ein gesetzliches Verbot der kommerziellen Leihmutterschaft wurde ins Parlament eingebracht.

Quelle: ntv.de, sba/AFP

KinderFamilieMütterThailand