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Vierfachmord in Gunzenhausen Vater zu lebenslanger Haft verurteilt

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Der Angeklagte hat sein Gesicht während der Verhandlung stets versteckt gehalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Mann kommt am Abend in die Wohnung seiner ehemaligen Partnerin. Wegen seiner Gewalttätigkeit hatte diese sich von ihm getrennt. Der 31-Jährige greift zu einem Messer, tötet die Frau und die gemeinsamen Kinder. Knapp ein Jahr später wird das Urteil gegen ihn gesprochen.

Im Prozess um einen Vierfachmord im fränkischen Gunzenhausen hat das Landgericht Ansbach den Angeklagten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Außerdem stellte das Gericht bei dem 31-Jährigen die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen. Nach Überzeugung des Gerichts tötete Georg K. im Juni vergangenen Jahres seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder, weil sich die Frau von ihm getrennt hatte.

Seit Anfang Mai stand der 31-Jährige vor Gericht. Während des mehrtägigen Prozesses gab er sich wortkarg. Über seine Anwältin hatte er gleich zu Beginn mitteilen lassen, er werde von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwalt hatte der Familienvater seine schlafenden Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren sowie seine 29-jährige von ihm getrennt lebende Ehefrau im Juni 2018 mit einem Messer erstochen. Danach sei der Maschinen- und Anlagenführer vom Balkon im dritten Obergeschoss gesprungen.

Der Schwager des Angeklagten beschrieb den 31-Jährigen als gewalttätigen Familientyrannen, der seine Schwester immer wieder aufs Übelste beleidigt habe. Bereits bei Kleinigkeiten sei er ausgerastet. "Das hat sich über die Jahre nicht gebessert. Wir haben ihn belehrt, er soll damit aufhören. Aber er hat uns alle manipuliert und belogen", sagte er.

Dennoch habe seine Schwester gezögert, sich von ihrem Mann zu trennen, auch wegen der drei Kinder. "Sie hatte Angst, das allein zu bestreiten", berichtete ihr Bruder. Offenbar habe sie schon länger in extremer Angst gelebt. Schon einmal habe der Angeklagte ihr damit gedroht, dass er den Kindern etwas antue, wenn sie ihn verlasse. Schließlich habe sie dennoch den Entschluss gefasst, sich von dem immer wieder gewalttätigen Mann zu trennen. Nachdem er seine zwei Söhne in deren Kinderzimmer geschlagen habe, hatte die Polizei bereits ein Kontaktverbot verhängt.

Unter einem Vorwand verschaffte sich der Familienvater schließlich am Tattag Zugang zur Wohnung seiner Frau. Auch der Bruder der getöteten Frau, der zum Schutz seiner Schwester in der Familienwohnung übernachtete, konnte die Taten nicht mehr verhindern.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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