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Würzburger Kinderporno-Fall Verdächtiger missbrauchte Pflegekinder nicht

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Der Logopäde hatte durch seinen Beruf Kontakt zu zahlreichen Kindern.

(Foto: dpa)

Nach dem Fund unzähliger Kinderpornos bei einem Würzburger Sprachtherapeuten laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Dass der 37-Jährige seine eigenen Pflegekinder missbrauchte, ist ersten Erkenntnissen zufolge jedoch unwahrscheinlich.

Im Würzburger Kinderporno-Fall hat die Stadt einen sexuellen Missbrauch von zwei Pflegekindern des Verdächtigen zunächst ausgeschlossen. Der 37-jährige Sprachtherapeut und sein Partner hätten seit Jahren einen vierjährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen betreut, sagte Stadtsprecher Georg Wagenbrenner. Den Kindern gehe es den Umständen entsprechend gut. "Es gibt keine akuten Hinweise" auf Missbrauch, betonte Wagenbrenner. Die Untersuchung habe die Stadt veranlasst. 

Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bestätigte, es deute derzeit nichts darauf hin, dass die Pflegekinder auch auf den Aufnahmen abgebildet sind, die in dem Fall untersucht werden. "Die sehr umfangreichen Ermittlungen laufen hinsichtlich der Opfer aber natürlich in alle Richtungen weiter", teilte der Beamte auf Anfrage mit.

Der Fall war am Donnerstag bekannt geworden und hatte bundesweit Aufsehen erregt. Der tatverdächtige Logopäde sitzt in Untersuchungshaft, sein Partner war nach ersten Ermittlungen wieder freigelassen worden. Der Verdächtige soll Kinderpornos mit kleinen Jungen im großen Stil angefertigt und im sogenannten Darknet verbreitet haben. Die Ermittler prüfen Hunderte Fotos und Videos und gehen dem Verdacht des schweren Kindesmissbrauchs nach. Der Logopäde hatte in verschiedenen Einrichtungen Kontakt zu Kindern. Bisher schweigt er zu den Vorwürfen.

Kein Verdacht bei Überprüfung

Die Zentralstelle, die in Bamberg angesiedelt ist, stellt sich auf langwierige Untersuchungen ein. "Aufgrund des längeren Tatzeitraums, der zahlreichen Kontaktpunkte des Tatverdächtigen mit Kindern und des Umfangs des vorliegenden Bild- und Videomaterials ist mit einem sehr hohen Ermittlungsaufwand zu rechnen", sagte Oberstaatsanwalt Schorr. Es werde aber "mit Hochdruck" ermittelt, unter anderem gehe es darum, den Kreis der möglichen Opfer einzugrenzen. Dazu werde Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und das Bild- und Video-Material untersucht. Neue Erkenntnisse zu dem Fall lägen derzeit nicht vor.

Nach der Festnahme vergangene Woche wurden die beiden Pflegekinder in die Obhut von sogenannten Bereitschaftspflegeeltern gegeben, wie Stadtsprecher Wagenbrenner sagte. Ob die Kinder dort am Wochenende noch waren und wie es für sie weitergeht, konnte er aber zunächst nicht sagen.

Nach Angaben der Stadt Würzburg engagierten sich der tatverdächtige Logopäde und sein Partner seit 2014 als Pflegeeltern. Dafür seien sie ausführlich überprüft worden, sagte Wagenbrenner. Es habe "drei umfassende persönliche Gespräche" sowie Hausbesuche und Hospitationen gegeben. Ein Verdacht sei dabei nicht aufgekommen. Es sei ihr erstes Engagement als Pflegeeltern gewesen, sagte der Sprecher. 

Wagenbrenner schloss nicht aus, dass nach dem Vorfall die Vorschriften für Pflegeeltern verschärft werden könnten. Für konkrete Maßnahmen sei es aber noch zu früh. Die Stadt habe zunächst den Fokus darauf gelegt, verunsicherte Eltern zu informieren und Telefonnummern zusammenzustellen, damit die Stadt auf Anfragen reagieren kann. Derzeit werden nach Angaben der Stadt Würzburg 98 Kinder in Pflegefamilien betreut.

Quelle: n-tv.de, Thomas Körbel, dpa

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