Panorama

Sexualdelikte in BochumVerdächtiger plante wohl weitere Straftat

07.12.2016, 13:03 Uhr
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Phantombilder und Fahndungsaufrufe in verschiedenen Sprachen führten zur Festnahme des Täters. (Foto: dpa)

Die Beweislast gegen den mutmaßlichen Täter, der zwei Studentinnen in der Nähe der Bochumer Uni vergewaltigt haben soll, ist erdrückend. Außerdem deutet alles darauf hin, dass der 31-Jährige bereits eine weitere Tat vorbereitete.

Nach der Verhaftung eines mutmaßlichen Vergewaltigers in Bochum spricht die Polizei von einer "erdrückenden Beweislast". "DNA-Spuren sind das Nonplusultra in der Beweislage", sagte ein Polizeisprecher. Ein 31 Jahre alter Mann soll für zwei Sexualdelikte im August und November im Bochumer Universitätsviertel verantwortlich sein. Beide Opfer sind Studentinnen aus China.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind sich aufgrund der Beweislage so sicher, dass sie den tatsächlichen Vergewaltiger verhaftet haben, dass sie bereits vom Täter und nicht mehr vom mutmaßlichen Täter sprechen. Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann erklärte: "Ich halte diesen Tatnachweis für sehr überzeugend, einen besseren Beweis sehe ich im Moment nicht und deshalb sprechen wir auch schon von dem Täter".

Weitere Tat geplant?

Überführt werden konnte der Mann, nachdem ihn der Lebensgefährte des zweiten Opfers zwei Wochen nach der Vergewaltigung am Tatort in einem Gebüsch fotografiert hatte. "Alles deutet darauf hin, dass er dort eine weitere Tat vorbereitete", sagte der Polizeisprecher. Weitere Opfer hätten sich bislang nicht gemeldet. Durch die Fotos kamen die Ermittler dem Mann auf die Spur. Seine DNA stimmte mit den Proben überein, die nach beiden Taten gesichert werden konnten. Der 31-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Laut Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 31 Jahre alten Asylbewerber aus dem Irak. Er lebte mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe der Tatorte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Bachmann zufolge bestreitet der Mann die Vorwürfe.

Keine Ängste schüren

Nach den Festnahmen in Bochum und im Fall der getöteten Studentin in Freiburg hat der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge gewarnt. "Die Straftaten in Freiburg und Bochum lassen keine Verallgemeinerungen zu", sagte Malchow den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Natürlich verstehe er die Diskussion, wenn in so kurzer Zeit zweimal Flüchtlinge als Verdächtige schwerster Straftaten entdeckt würden, ergänzte der GdP-Bundesvorsitzende. "Aber Aufgabe der Polizei ist es, sich den Tatbestand genau anzuschauen und nicht noch Ängste zu schüren." Die Zahl der Sexualdelikte sei 2015 so gering gewesen wie zuletzt im Jahr 2001.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

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