Frau hat Kindstötungen gestandenVerteidiger von Lindsay Clancy ändert überraschend seine Strategie

Vor einem Gericht in Massachusetts gesteht Lindsay Clancy die Tötung ihrer drei Kinder. Doch der Prozess gegen die frühere Hebamme platzt, weil sich die Geschworenen nicht einigen können. Nun wirft Clancys Anwalt seine bisherige Verteidigungsstrategie über den Haufen.
Im juristischen Tauziehen um die mutmaßliche Kindsmörderin Lindsay Clancy in den USA hat ihr Verteidiger überraschend die Strategie geändert. Es gebe nicht genug Beweise, dass Clancy ihre drei Kinder getötet habe, sagte ihr Anwalt Kevin Reddington bei einer Anhörung vor dem Bezirksgericht in Plymouth im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Staatsanwaltschaft wies dies als "lachhaft" zurück, weil Clancy die Tat gestanden hatte.
"Dieser gesamte Fall basiert auf Spekulation", sagte Reddington weiter. Clancys Anwälte wollen verhindern, dass der aufsehenerregende Prozess neu aufgerollt wird. Sie dringen darauf, die Anklage wegen dreifachen Kindsmordes fallen zu lassen. Das Gericht vertagte die Anhörung bis zum 2. November.
Ein erstes Verfahren gegen Clancy war Anfang September geplatzt, weil sich die zwölf Geschworenen nicht über die Schuldfähigkeit der 36-Jährigen einigen konnten. Die frühere Hebamme hatte die Tötung ihrer drei Kinder in dem Verfahren gestanden, aber auf nicht schuldig plädiert. Laut ihrer Verteidigung litt sie unter einer sogenannten Wochenbettpsychose und sei damit schuldunfähig.
Clancys Fall hat in den USA hohe Wellen geschlagen und eine breite Debatte über die psychische Gesundheit von Müttern ausgelöst. Während ihres Prozesses bekundeten Dutzende Frauen vor dem Gericht Solidarität mit der Angeklagten. Anhänger von Präsident Donald Trump forderten in Onlinenetzwerken dagegen eine möglichst harte Strafe für Clancy, um das Recht auf Leben von Kindern zu schützen.
