Panorama

Warum sind alle so undankbar? "Viele fühlen sich als Elite-Patienten"

imago0099155556h.jpg

Haben Sie sich heute schon bedankt?

(Foto: imago images/foto2press)

Im Alltag kommt vielen von uns das kleine Wörtchen "Danke" immer seltener über die Lippen. Aber woran liegt das? Sich zu bedanken, tut nicht weh, aber scheinbar fällt es uns dennoch schwer, weil wir in einer undankbaren Gesellschaft leben. Haben Sie sich heute schon bedankt?

Es nicht schwer zu sagen, dennoch kommt es im Alltag vielen Menschen immer seltener über die Lippen - das Wörtchen "Danke". Das lässt sich mittlerweile im Grunde in fast allen Bereichen unserer Gesellschaft beobachten. Sei es im Supermarkt, wenn die Kassiererin dem Kunden noch einen schönen Tag wünscht und Schweigen erntet. Beim Fremden, dem man die Tür offen hält. Oder aber in den sogenannten undankbaren Berufen, angefangen von der Pflegerin über den Paketboten bis hin zum Müllmann.

Warum sind wir von so viel Undankbarkeit umgeben? Haben wir es vielleicht auch sogar selbst ein Stück weit verlernt, dankbar zu sein? Und wie begegnen wir jenen, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben und sich fragen: "Wofür soll ich denn bitte dankbar sein? Mir wurde im Leben übel mitgespielt."

Ditt & Datt & Dittrich

"Ditt & Datt & Dittrich" - das ist der Podcast von ntv Kolumnistin Verena Maria Dittrich und ihrem Hausmeister Ronny direkt aus Berlin-Pankow. Jede Woche sprechen die beiden über ein neues spannendes Thema aus der Unterhaltung, Politik oder dem Leben. Mal humorvoll und mit Gästen, mal über Dinge, die schmerzen - doch immer aus dem Herzen.

Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Kopieren Sie die Feed-URL und fügen Sie "Ditt & Datt & Dittrich" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Dabei genügt oft schon ein wenig mehr Dankbarkeit, um das eigene Leben glücklicher und zufriedener zu empfinden und ein ausgeglichener und somit letztlich auch ein gesünderer Mensch zu sein. Doch der menschliche Verstand neigt dazu, sich auf die negativen Erlebnisse zu konzentrieren: den unfreundlichen, ruppigen Kunden, den lästigen Nachbarn, der nachts den ganzen Hof beschallt, den eigentlich guten Freund, der sich gefühlt immer nur dann meldet, wenn er Hilfe braucht.

Warum es uns guttut, dankbar zu sein

In der neuen Folge von "Ditt & Datt & Dittrich" spricht Verena Dittrich mit der Logopädin Doreen Trommer über Dankbarkeit und darüber, wie sich die permanente Abwesenheit derselbigen beispielsweise auf ihre Arbeit als Therapeutin auswirkt. Jeder Patient möchte zuvorkommend behandelt werden, gleichzeitig sind da aber eine Flut an Bürokratie, Überstunden und zu wenig Personal.

Gerade in den Pflegeberufen wird die zu Beginn der Pandemie beklatschte Dankbarkeit inzwischen von vielen Seiten als Heuchelei empfunden. Das Sozial-, Pflege- und Gesundheitswesen sind die Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Und spätestens seit Corona sollte nicht nur der Politik, sondern jedem Einzelnen von uns klar geworden sein, dass diese Berufe nicht nur systemrelevant, sondern auch mehr wert sind, als nur beklatschte Dankbarkeit und ein finanzieller Mini-Bonus.

Dabei würden sich die meisten Betroffenen tatsächlich schon sehr darüber freuen, vom Patienten einfach nur mehr Dankbarkeit zu erfahren. Denn viele Menschen, so Trommer, seien unfreundlich und fordernd und würden sich aufführen "wie Elite-Patienten". Die Logopädin beklagt, sich oft nur noch wie ein Dienstleister zu fühlen, der gefälligst zu funktionieren habe. Anerkennung oder Wertschätzung für ihre Arbeit, die, wie sie sagt, ihr Leben und ihre Berufung seien, bleiben oft auf der Strecke.

Trommer macht sich nichts vor. Natürlich hofft sie, dass ihr Dienst am Menschen in Zukunft mehr wertgeschätzt wird, aber allein ein klitzekleines "Danke", so die Logopädin, kann so viel für die Seele bedeuten. Warum es uns guttut, dankbarer durchs Leben zu gehen - jetzt in einer neuen Folge von "Ditt & Datt & Dittrich".

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.