Panorama

Samt Schulschließungen Kekulé erwartet Lockdown "durch die Hintertür"

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Der Lockdown gilt in der Pandemie als allerletzte Maßnahme, die alle vermeiden möchten.

(Foto: imago images/Ralph Peters)

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu, doch von einem erneuten Lockdown will niemand sprechen. Dabei bahnt er sich bereits an, meint Virologe Alexander Kekulé. Mit der 2G-Regel gelte er vielerorts bereits für Ungeimpfte. Auch Schulen würden um eine Schließung nicht herumkommen.

Der Virologe Alexander Kekulé geht davon aus, dass es angesichts der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen einen Lockdown "durch die Hintertür" geben wird. "Man wird es nicht 'Lockdown' nennen, weil es einfach politisch inzwischen tabu ist", sagte er im MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass". Auch Schulen werden seiner Ansicht nach im Lauf der kommenden Monate schließen müssen.

"Die Bevölkerung möchte es nicht, es ist auch schon erklärt worden von vielen, möglicherweise künftigen Ministern: Es wird keinen Lockdown mehr geben", erklärte Kekulé weiter. Doch Komponenten eines Lockdowns seien gegeben, ohne jedoch das Wort "Lockdown" zu nutzen.

Blicke man etwa in den Corona-Plan von Baden-Württemberg, seien dort ab einer bestimmten Belastung der Krankenhäuser Kontaktbeschränkungen auch im privaten Bereich vorgesehen. Hinzu komme verstärkt die strenge 2G-Regel, also der "Lockdown für Nicht-Geimpfte".

Auch Schulschließungen hält der Virologe für unvermeidbar. "Wenn Sie einen massiven Ausbruch in der Schule haben, können Sie die Eltern nicht nötigen, ihre Kinder, vor allem wenn sie ungeimpft sind, in die Schule zu schicken", sagt Kekulé weiter. "Und da es eine Schulpflicht gibt, ist da keine Alternative mehr, als die Schule zu schließen." Davor, dass es erneut so weit kommen könnte, habe er bereits mehrfach gewarnt.

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Angesichts der steigenden Fallzahlen plädiert Kekulé für eine Impfplicht für Pflegekräfte. Es sei dringend notwendig, "die Alten und die Menschen in Krankenhäusern zu schützen", hatte der Virologe kürzlich im Interview mit ntv.de gesagt. Es reiche nicht mehr, "bei den Impfungen für Pflegekräfte auf Freiwilligkeit zu setzen". "Ich dachte bislang, ein ausreichend großer Teil unseres medizinischen und pflegerischen Personals habe die nötige Vernunft, sich impfen zu lassen. Da habe ich mich, wenn Sie so wollen, geirrt."

Mit seiner Forderung ist Kekulé nicht allein. Auch Wissenschaftler der Leopoldina sprachen sich für eine Impflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. Auch Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder forderte eine partielle Impfpflicht. "Das ist dringend notwendig, mindestens in sensiblen Bereichen, beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern", sagte er.

Quelle: ntv.de, chf

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