Von Fähre in Ostsee gesprungenFrau schwimmt wenige Meter an Buckelwal heran

Eine Frau springt von einer Fähre in die kalte Ostsee - und schafft es rund drei Meter nah an den gestrandeten Wal heran. Die Polizei untersucht, ob der mutmaßlichen Tierschutz-Aktivistin rechtliche Folgen drohen.
In der Nähe des gestrandeten Buckelwals hat die Polizei am Sonntagabend eine Schwimmerin aus dem Wasser geholt. Sie sei nach derzeitigen Erkenntnissen zuvor von einer Fähre in die Ostsee gesprungen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Frau habe einen Neoprenanzug getragen. Es werde geprüft, ob rechtliche Konsequenzen folgen. "Es ist kalt im Wasser - auch mit Neopren", mahnte die Polizeisprecherin.
Die Frau wurde rund drei Meter vom Wal von der Polizei auf der Ostsee aufgegriffen und werde medizinisch untersucht. Sie habe möglicherweise eine Unterkühlung. Die Schwimmerin komme aus München, berichtete die "Bild"-Zeitung.
Laut der Boulevard-Zeitung sei die 58-jährige Frau nach eigener Aussage Klimaaktivistin, Tierschützerin und Eisbachsurferin. Sie wolle mit der Aktion öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen. Die Aktivistin sei der Meinung, dass der Wal noch zu retten sei - entgegen der Meinung vieler Experten.
Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer, teilte zuvor eine Sprecherin des Umweltministeriums mit. Die Behörde habe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, doch nach fachlicher Einschätzung sei das kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung. Die vorigen Rettungsversuche scheiterten.