Panorama

Vorläufige Daten vorgelegt WHO: Chinesische Impfstoffe sind wirksam

218069167.jpg

Das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm hat laut vorläufigen Daten eine Wirksamkeit von knapp 80 Prozent.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

In der EU sind die Vakzine der chinesischen Hersteller Sinopharm und Sinovac nicht zugelassen. Nun bestätigt die WHO: Sie sind zu mindestens 50 Prozent effektiv gegen das Coronavirus. Dass Peking die Vakzine schon seit Monaten vor allem an Entwicklungsländer spendet, beobachtet Frankreich derweil mit Skepsis.

Die chinesischen Impfstoffhersteller Sinopharm und Sinovac erfüllen mit ihren Covid-19-Vakzinen nach Angaben der WHO die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation. Das gehe aus Informationen hervor, die die Unternehmen in der vergangenen Woche bei einem Treffen vorgelegt hätten. Das bedeute eine Wirksamkeit von ungefähr 50 Prozent und vorzugsweise nahe oder über 70 Prozent, hieß es von der WHO.

Vorläufigen Studiendaten zufolge ist für den Sinopharm-Impfstoff bislang eine Wirksamkeit von 79,34 Prozent bekannt, die Wirksamkeitsdaten für das Sinovac-Mittel schwanken zwischen 50,65 und 83,5 Prozent. Die chinesischen Vakzine haben in der EU noch keine Zulassung. Weltweit werden die Impfstoffe aus China aber bereits vielfach verimpft. So habe China 69 Entwicklungsländern Impfdosen gespendet und Impfstoffe in 43 Länder exportiert, sagte Außenminister Wang Yi.

Frankreich warf China vor, seinen Impfstoff von Sinopharm zu nutzen, um "politischen Einfluss" auszuüben. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte im Radiosender France Info, Russland und China böten ihre Vakzine offensiv im Ausland an, etwa in afrikanischen Staaten wie Tunesien und dem Senegal. "China und Russland betreiben eine Politik der Beeinflussung über ihre Vakzine, bevor sie ihre eigene Bevölkerung geimpft haben", so Le Drian.

Ungarn verimpft bereits zwei Vakzine aus China

Peking lieferte bereits 100.000 Dosen des chinesischen Impfstoffs der Firma Sinopharm an die Palästinenser im Westjordanland. Die Lieferung repräsentiere Chinas Versprechen, der Welt Impfstoffe zur Verfügung zu stellen und "die Palästinensische Autonomiebehörde bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen", sagte der chinesische Botschafter bei einer Pressekonferenz in Ramallah.

Die Türkei impft bereits seit Mitte Januar mit dem Vakzin von Sinovac, Venezuela startete seine Impfkampagne im Februar mit dem Sinopharm-Vakzin. Serbiens Impfstrategie baut größtenteils auf den chinesischen Hersteller, auch Albanien erhielt eine große Lieferung aus Peking. Ungarn ließ entgegen der EU schon zwei Impfstoffe aus China zu. Auch Hongkong impft mit chinesischen Vakzinen. Neben Sinopharm und Sinovac hat auch das chinesische Unternehmen CanSino einen Corona-Impfstoff entwickelt.

Quelle: ntv.de, spl/rts/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.