Panorama

Starke Böen und hohe WellenWal-Transportschiff vollzieht kurz vor Nordsee Wende

01.05.2026, 09:55 Uhr
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Hier noch bei ruhigem Seegang: Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper "Fortuna B" gezogen. (Foto: picture alliance/dpa)

Seit Tagen liegt der zuvor wochenlang gestrandete Buckelwal in einer Barge. Als sich diese nun der Nordsee nähert, bringt das Wetter Komplikationen - und eine Kursänderung um 180 Grad.

Das Transportschiff mit dem vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Buckelwal hat nach tagelanger Reise fast die Nordsee erreicht. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder befindet es sich nur noch wenige Seemeilen vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt. Dort, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.

Doch kurz vor der Einfahrt in die Nordsee vollzog die "Fortuna B" am Morgen eine Wende. Der Bug des Schiffes zeigt wieder gen Süden. Grund seien die schwierigen Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffs "Robin Hood", dem Sender NDR. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Wetterdaten berichtet, peitschen dort bis zu 1,5 Meter hohe Wellen bei Böen von bis zu 55 Kilometern pro Stunde auf.

Nach Angaben von Teammitgliedern der privaten Initiative für den Transport wird am Vormittag beraten, wie es weitergehen soll. Zu den Möglichkeiten zählt demnach, an ruhigerer Stelle auf besseres Wetter zu warten - oder aber, den Wal direkt an Ort und Stelle und doch nicht erst in der Nordsee freizusetzen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal in der sogenannten Barge groß, hieß es.

Seit Tagen unterwegs

Am Dienstag war der da noch im Flachwasser liegende Wal in eine sogenannte Barge bugsiert worden. In diesem mit Wasser gefüllten Lastkahn, der vom Schlepper "Fortuna B" gezogen wird, war das tonnenschwere Tier in den vergangenen Tagen in Richtung Nordsee geschippert worden. Nach Plänen der privaten Initiative, die für den Transport verantwortlich ist, soll der Wal ausgesetzt werden. Wo genau, ist zumindest öffentlich noch nicht bekannt. Ob die vielen an der Rettung beteiligten Helfer, Institutionen und Behörden sich einig sind über einen solchen Punkt, ist auch unklar. Immer wieder hatte es in den vergangenen Wochen Streit gegeben.

Sollte das Tier nach der Aktion abermals stranden, würden ihm die dänischen Behörden wohl nicht helfen. Das dänische Umweltministerium teilte mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette. Strandungen seien "ein natürlich vorkommendes Phänomen" und Wale sollten generell "nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört" werden.

Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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