Panorama

Kreisregner seien untauglichWaldbrandexperte kritisiert Löschkonzept für Müritz-Nationalpark

21.07.2026, 13:42 Uhr
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Der Experte hält von der Löschung mit Kreisregnern im Falle des Müritz-Nationalparks nicht viel. (Foto: picture alliance/dpa)

Die große Trockenheit lässt das Feuer im Müritz-Nationalpark rasant wachsen. Die Weltkriegsmunition in dem Gebiet schränkt die Löscharbeiten zudem ein. Der Weg, den das Bundesland MV am Ende beschreitet, sei aber "fachlich schwer nachvollziehbar", kritisiert ein Experte.

Ein internationaler Experte für Waldbrandmanagement hat die Löschstrategie beim Brand im Müritz-Nationalpark scharf kritisiert. Lindon Pronto, Mitgründer der Initiative Waldbrand-Klima-Resilienz, bezeichnete den Einsatz im "Spiegel" als "fachlich schwer nachvollziehbar" und warf den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern vor, bewährte Alternativen ignoriert zu haben.

Der als freier Berater tätige Deutsch-Amerikaner erklärte im Gespräch mit dem Magazin, der Einsatz von Kreisregnern sei im Kampf gegen das Feuer untauglich: "Es ist unsinnig, pauschal solche riesigen Forstflächen zu bewässern, vor allem im Sommer bei Hitze, Wind und Wasserknappheit. Wenn ich mich im Ausland umsehe, dann macht das niemand so." Auch Wasserabwürfe aus Hubschraubern seien wenig sinnvoll, so Pronto: Aus der vorgeschriebenen Sicherheitshöhe von 1000 Metern verdunste das Wasser, bevor es den Boden erreiche.

"Rein wasserbasierte Taktiken können Feuer zwar verlangsamen, aber nicht zuverlässig stoppen oder löschen", sagte Pronto dem "Spiegel". Dem Experten zufolge hat Brandenburg angeboten, einen ferngesteuerten Minenräumer des Typs MV-4 einzusetzen, der für Brände auf munitionsbelastetem Gelände geeignet sei. Mecklenburg-Vorpommern habe aber abgelehnt. "Der MV-4 war die Geheimwaffe, die den Unterschied hätte ausmachen können. Stattdessen steht er nach wie vor ungenutzt in einer Garage in Brandenburg."

Angesichts von mehr als 150 Millionen Euro, die Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Landesregierung in Waldbrandvorsorge investiert hat, zeige das Feuer im Nationalpark, "dass erhebliche fachliche und operative Lücken bestehen", so der Experte. Pronto, der zwischen 2007 und 2014 selbst als Feuerwehrmann in Kalifornien gegen Großbrände gekämpft hat, forderte ein unabhängiges nationales Kompetenzzentrum für Vegetationsbrandmanagement. Sein Fazit: "Einfach nur auf einen Wetterumschwung zu hoffen, ist keine Strategie."

Quelle: ntv.de, als

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