Panorama

Busse und Bahnen betroffen Warnstreiks legen Nahverkehr lahm

Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Schule kommt, ist heute klar im Vorteil: Bundesweit legen Zehntausende Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik einheitliche Regeln aushandeln.

Millionen Pendler und Schüler müssen massive Behinderungen auf dem Weg zur Arbeit und zum Unterricht in Kauf nehmen: Bundesweit streiken heute Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks die kommunalen Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen deutschlandweiten Rahmentarifvertrag für die bundesweit 87.000 Beschäftigten zwingen.

Züge der Deutschen Bahn und anderer Eisenbahnunternehmen sind nicht davon betroffen. Stadtbahnen und Busse dagegen fahren vielerorts kaum oder gar nicht. Verbraucher können sich mitunter auf der Website ihres lokalen ÖPNV-Anbieters über bekannte Streikmaßnahmen und deren voraussichtliche Dauer informieren.

Die Arbeitgeber hatten den Streikaufruf der Gewerkschaft als "Anschlag auf die Allgemeinheit" kritisiert. Verdi konterte, die Arbeitgeber hätten mit ihrer Weigerung, über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag zu verhandeln, "den Streik provoziert". Verdi verlangt bundesweit einheitliche Regelungen beim Ausgleich von Überstunden und den Zulagen für Schichtdienste. Auf Länderebene wird zudem laut Verdi über Verbesserungen im Bereich der Arbeitszeitregelungen und der Eingruppierung verhandelt.

Nach Angaben der Verdi-Landesbezirke sind beispielsweise in Nordrhein-Westfalen 30.000 Beschäftigte zum Streik aufgerufen, in Baden-Württemberg sind es 8600 und in Rheinland-Pfalz 2000 Mitarbeiter. Betroffen sind darüber hinaus etwa Hamburg, die Region Hannover, Magdeburg, Kiel und Erfurt. Auch in Berlin fahren U- und Straßenbahnen bis zum Mittag nicht, genauso ein Großteil der Busse. Die Betriebe riefen ihre Kunden auf, am Morgen auf nicht erforderliche Fahrten zu verzichten und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. In Mecklenburg-Vorpommern sind Schüler mit langem Schulweg wegen des Warnstreiks sogar vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fährt.

Beginn mit der Frühschicht

In elf bayerischen Städten hat die Gewerkschaft die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Verkehrsbetriebe kündigten im Vorfeld an, dass Busse und Bahnen deshalb den ganzen Tag über nur eingeschränkt fahren oder ganz ausfallen könnten.

Warnstreiks wird es Verdi zufolge in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Landshut, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt geben. In Regensburg wird nach Angaben der Stadtwerke der Busverkehr komplett lahmgelegt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft geht davon aus, dass die U-Bahnen in der Landeshauptstadt überhaupt nicht fahren können, Straßenbahnen und Busse nur teilweise.

Auch in Hessen wird es zu Warnstreiks kommen. Nach Angaben einer Verdi-Sprecherin soll es in Frankfurt Warnstreiks bei Straßenbahnen und U-Bahnen geben, in Wiesbaden bei den Bussen der ESWE und in Kassel bei den Straßenbahnen und Bussen. Der Warnstreik beginne mit der Frühschicht und ende mit Spätschichtschluss.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP