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Bella ciao, bella ciao ... Warum jetzt alle ein Partisanenlied singen

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Den Ohrwurm haben auch Nicht-Italiener.

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Die Melodie ist mehr als 100 Jahre alt und als Kampflied italienischer Partisanen bereits weltbekannt. In diesem Sommer tanzen alle zu "Bella ciao". Aber warum?

Wenn es Sommer wird, dann wird die Musik im Radio ein bisschen anders. Irgendwie internationaler, so als schwappten die liebsten Urlaubsländer der Deutschen auf die Playlists der Sender.

In diesem Jahr gibt es den zwangsläufigen spanischsprachigen Hit von Alvaro Soler. "La Cintura" hat allerdings heftige französischsprachige Konkurrenz. Die deutsch-marrokanische Sängerin Namika räumt gerade mit "Je Ne Parle Pas Francais" ab. Sie liefert die perfekte Beschreibung für die Situation, dass man im Ausland erstmal nur Bahnhof versteht und trotzdem alles liebt.

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Die Überraschung in den Charts ist jedoch ein italienischer Song des französischen DJs Florent Hugel. An dem italienischen Volkslied "Bella Ciao" hatte sich zuvor schon Mike Singer versucht, doch Hugels Version ist offenbar überzeugender.

Netflix als Inspiration

Aufmerksam geworden auf das Lied sind beide vermutlich in der Netflix-Serie "Haus des Geldes". Darin versammelt "der Professor" acht Spezialisten um sich, um bei einem Jahrhundertraub die spanische Banknotendruckerei zu überfallen und mindestens 2,4 Milliarden Euro zu erbeuten. Jener spanische Professor hat wiederum einen italienischen Großvater, der ihm auch diesen Ohrwurm hinterließ.

Die Melodie stammt bereits vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Zur Hymne der anarchistischen und kommunistischen Bewegung wurde der Song jedoch, weil ihn die italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg auf ihre Ideale umtexteten. Darin geht es darum, dass man für die Freiheit kämpfen, deshalb die schöne Freundin verlassen und möglicherweise sogar sterben muss.

Von dem Lied existieren bereits unzählige Coverversionen, der Hugel-Remix hat es in dieser Woche immerhin schon auf Platz 3 der deutschen Single-Charts geschafft. Und der Sommer ist ja noch nicht vorbei.

Quelle: n-tv.de, sba

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