Panorama

Tödlicher Busunfall Was über das Madeira-Unglück bekannt ist

RTX6S605.jpg

Die Unfallursache ist derzeit noch unklar.

(Foto: REUTERS)

Am Mittwochabend verunglückt ein Reisebus auf der portugiesischen Insel Madeira. Von den 57 Passagieren sterben mindestens 29, unter den Opfern sind wohl auch viele deutsche Urlauber. Zur Unfallursache gibt es mehrere Theorien.

Was ist passiert?

Auf der Urlaubsinsel Madeira ist es am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço zu einem schweren Busunglück gekommen. Bei dem Unfall wurden mindestens 29 Menschen getötet, 27 sind verletzt. Laut portugiesischen Medien sind 11 Männer und 18 Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren gestorben. Der Reisebus war offenbar auf dem Weg zu einem Abendessen in der Inselhauptstadt Funchal, als er gegen 18.30 Uhr Ortszeit verunglückte. Das Fahrzeug sei nach Angaben der lokalen Behörden in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und anschließend eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. n-tv Korrespondentin Pia Schrörs berichtet, dass bei dem Unfall das Dach des Busses aufgerissen wurde. Das Wohnhaus, auf das der Bus fiel, war zum Unglückszeitpunkt leer. Bürgermeister Filipe Sousa erklärte, dass der Bewohner am Mittwochabend nicht in seinem Haus war.

Was führte zu dem Unfall?

Die Unfallursache ist noch nicht bekannt. Portugiesische Medien berichten, dass ein mechanisches Problem der Grund sein könnte. Ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal könnten mögliche Ursachen sein. Die Busfirma SAM will sich an der Unfallaufklärung beteiligen und "uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten".

Wer sind die Opfer?

Unter den mindestens 29 Opfern des Busunglücks auf Madeira sind auch deutsche Urlauber. Wie viele es genau sind, ist derzeit noch unbekannt. Nach Angaben des Hotels, in dem sie untergebracht waren, sollen sie aus mehreren Teilen Deutschlands stammen. Es handelt sich offenbar nicht um eine Reisegruppe. Laut einer Mitarbeiterin des Hotels "Quinta Splendida" sollen die Urlauber über einen deutschen Reiseveranstalter und dessen portugiesischen Partner Ausflüge gebucht haben. Das Auswärtige Amt in Berlin machte dazu noch keine näheren Angaben. Bundesaußenminister Heiko Maas teilte allerdings über Twitter mit: "Wir müssen davon ausgehen, dass unter den Opfern viele Deutsche sind. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten, wir hoffen mit den Verletzten." Das Auswärtige Amt richtete unter der Rufnummer 030-50003000 eine Krisenhotline ein, die Angehörige anrufen können.

*Datenschutz

Möglicherweise stammen sogar alle Todesopfer aus Deutschland: "Mir wurde gesagt, dass es alles Deutsche sind", sagt der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Am Flughafen von Funchal wurde für die Opfer eine Leichenhalle eingerichtet.

Wie geht die Bergung voran?

Die fast drei Dutzend Verletzten werden in Krankenhäusern operiert und notversorgt. Die portugiesischen Luftstreitkräfte wollen drei Flugzeuge nach Madeira schicken. Auch die deutsche Luftwaffe plant, zwei Maschinen auf die Insel zu fliegen, um medizinische Ausrüstung zu transportieren und die Opfer bei der Versorgung zu unterstützen.

Wie reagiert Madeira?

Die Regierung der Insel hat drei Tage Staatstrauer veranlasst. Die Fahnen an öffentlichen Gebäuden werden auf halbmast wehen. De Sousa kondolierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: "In diesem Moment sind Portugal und Deutschland im gemeinsamen Schmerz vereint", schrieb er.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema