Panorama

Schutz durch Omikron-Infektion Watzl will Genesung mit Booster gleichstellen

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Watzl plädiert ebenfalls für eine Impfempfehlung für Schulkinder.

(Foto: picture alliance/dpa/Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo))

Dass von einer Omikron-Infektion Genesene nicht als geboostert gelten, hält Immunologe Watzl für "wissenschaftlich nicht haltbar". Deshalb fordert der Forscher die rechtliche Gleichstellung der Infektion mit einer Drittimpfung. Für einen speziellen Omikron-Booster sehe er indes keine Eile.

Der Immunologe Carsten Watzl fordert, nachgewiesene Omikron-Infektionen rechtlich mit einer Booster-Impfung gleichzustellen. "Dass Geimpfte nach einer Infektion nicht als geboostert gelten, ist wissenschaftlich nicht haltbar", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Es gebe sehr gute Daten, daher sollte eine klar dokumentierte Infektion für jeden Betroffenen mit einer einzelnen Impfdosis gleichgestellt werden.

Der Wissenschaftler sieht zugleich für den Großteil der Bevölkerung keine Eile für erneute Boosterungen mit einem speziellen Omikron-Impfstoff. Der Zusatznutzen wäre, dass erneut Geboosterte eine begrenzte Zeit besser vor der Weitergabe des Virus geschützt wären. "Das ist sicher empfehlenswert, wenn man viel mit vulnerablen Gruppen Kontakt hat, wie etwa beim Pflegepersonal", so Watzl. "Aber letztendlich geht es darum, mit dem Impfen schwere Verläufe zu verhindern. Dazu reichen die drei Impfdosen der bisherigen Impfstoffe."

Impfempfehlung für Schulkinder

Gleichzeitig fordert Watzl die Ständige Impfkommission (STIKO) dringend zu einer allgemeinen Impfempfehlung für Schulkinder auf. "Mit diesen hohen Inzidenzen wird fast jedes Kind irgendwann mit dem Virus konfrontiert", sagte er. Der Nutzen der Impfung sei aber auch bei Kindern deutlich höher als die Risiken. "Ich kann deshalb nur plädieren und den Eltern dazu raten, ihre Kinder impfen zu lassen", sagte der Immunologe.

Nebenwirkungen bei den Kinderimpfstoffen seien so selten und so mild, dass die Impfung für Kinder und Jugendliche auch ohne Vorerkrankungen uneingeschränkt empfohlen werden könne. "Ich wundere mich, warum die Ständige Impfkommission dies noch nicht getan hat", sagte Watzl. "Die Nebenwirkungen bei Kindern sind deutlich geringer als bei Erwachsenen, auch weil sie eine geringere Dosis bekommen." Dies gelte selbst für grippeähnliche Impfreaktionen, sagte der Immunologe mit Blick auf Studiendaten aus den USA.

Watzl schließt eine verlängerte Omikron-Welle nicht aus. "Wenn wir dann gerade BA.1 - also die jetzt noch vorherrschende Variante - einigermaßen unter Kontrolle bekommen haben, kann es nochmal so eine kleine zweite Welle von BA.2 geben", sagte Watzl im Deutschlandfunk.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

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