Panorama

Beim Joggen erschossen Weitere Haftstrafen für Arberys Mörder

2144c5e2110b14e61dd97c100781cfca.jpg

Im Prozess wandten sich die Eltern des Ermordeten direkt an die Täter.

(Foto: AP)

Drei Weiße machen in den USA Hetzgagd auf einen unbewaffneten schwarzen Jogger und erschießen ihn. Erst als ein Video von der Bluttat auftaucht, werden die Männer zur Verantwortung gezogen. Nun folgen weitere Haftstrafen.

Zweieinhalb Jahre nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery sind die drei verurteilten weißen Männer in einem zweiten Verfahren erneut zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Georgia verhängte gegen den Schützen und dessen Vater lebenslange Haft. Der Mann, der die Tat gefilmt hatte, wurde zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Alle drei waren im Februar nach Bundesrecht wegen Hassverbrechen für schuldig befunden worden. In dem Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft der rassistische Hintergrund der Tat aufgezeigt. Da die Männer bereits lebenslange Haftstrafen absitzen, ist das Urteil eher symbolischer Natur.

Der 25-jährige unbewaffnete Arbery war im Februar 2020 nahe der Stadt Brunswick in Georgia beim Joggen erschossen worden. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall später durch ein verstörendes Handy-Video von der Tat national und international Aufmerksamkeit erlangte. Wenig später - am 25. Mai 2020 - wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

Eine Geschworenenjury hatte die drei Männer bereits in einem Verfahren in Georgia für schuldig befunden und im Januar zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Schütze Travis M. wurde damals von den Geschworenen des Mordes für schuldig befunden. Die beiden Mitangeklagten, Travis M.s Vater Gregory M. und der Nachbar William B., wurden unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten für schuldig befunden. Alle drei Männer wurden wegen des rassistischen Hintergrunds der Tat auch nach Bundesrecht angeklagt.

Belege für rassistische Motive

Während des aktuellen Prozesses vor dem Bundesgericht hatte die Staatsanwaltschaft gezeigt, dass die Angeklagten in der Vergangenheit etwa rassistische Textnachrichten geschrieben oder sich rassistisch geäußert hatten. Die Verteidigung argumentierte dagegen, dass Arbery nicht aus rassistischen Motiven gejagt worden sei, sondern weil die Männer ihn eines Verbrechens verdächtigt hätten. Arbery war durch das Viertel in Brunswick gejoggt, in dem die drei weißen Verurteilten wohnten. Den Ermittlern zufolge hatten diese ihn zunächst mit einem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Travis M. schoss Arbery aus nächster Nähe in die Brust.

Im Gerichtssaal meldeten sich nun die Eltern zu Wort. "Was glaubst du, wie sich unser Sohn fühlte, als du ihn gejagt und wie einen Hund erschossen und wie eine Ratte in die Enge getrieben hast?", sollen diese einem CNN-Reporter zufolge zu dem Schützen gesagt haben. "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir auf Bundesebene Gerechtigkeit für Ahmaud gefunden haben", sagte Arberys Mutter Wanda Cooper-Jones nach der Urteilsverkündung. "Es war wichtig, dass dieser Mord als das verfolgt wurde, was er war - ein brutales und abscheuliches rassistisch motiviertes Hassverbrechen", erklärte Kristen Clarke, die im Justizministerium für Bürgerrechte zuständig ist. "Ahmaud Arbery sollte heute am Leben sein. Die tragische Ermordung von Herrn Arbery erinnert uns daran, dass hasserfüllte Gewalt gegen Schwarze in unserem Land nach wie vor eine Bedrohung darstellt, und wir müssen alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen."

Quelle: ntv.de, ino/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen